Jerusalem als Schlüssel

Die harten Probleme auszuklammern und sie an das Ende eines / des Prozesses zu schieben, hat noch bei keiner Konfliktregelung genutzt, Israel und Palästina sind ein gutes Beispiel dafür.

Ein lesenswertes Gespräch mit zwei Vertreterinnen von Ir Amin,Yudith Oppenheimer und Amy Cohen, bei qantara.de

Photo: AphorismA (B.Doering) 2024

Building Hope

We are honored to invite you to the 8th Annual Conference of the Mitvim Institute, in collaboration with the Friedrich Ebert Foundation, to be held on November 13th, from 16:00 to 20:00, at the Rabin Center in Tel Aviv.

A few weeks after the beginning of the fragile ceasefire, and at the opening of an election year, the Mitvim Institute will bring together under one roof the leaders of change — from war to political action. The conference will gather political leaders, senior diplomats, policy planners, and leading experts from Israel and abroad to discuss the building of hope — how Israel can emerge from its current diplomatic abyss and embark on a new political path, based on strategic initiative and control over its own destiny.

Among the participants:

Former Deputy Chief of Staff Maj. Gen. (res.) Yair Golan, Chair of The Democrats; Former Minister of Energy MK Karin Elharar, Yesh Atid; MK Ram Ben Barak, Yesh Atid; Michael Mann, EU Ambassador to Israel;  Former Ambassador and MK Colette Avital; Dr. Aziz Alghashian, Senior Research Fellow at the Mitvim Institute and at the Arab Gulf States Institute in Washington. Former Ambassador Dr. Rodica Gordon; Former Ambassador Liora Herzl; Former Ambassador Danny Carmon; Former Ambassador Jeremy Issacharoff; Prof. (Emeritus) and former MK Manuel Trajtenberg, Tel Aviv University; Prof. Eli Podeh, Hebrew University of Jerusalem and member of Mitvim’s Board of Directors; Dr. Carmit Valensi, Senior Researcher at the Institute for National Security Studies (INSS); Former MK Sondos Saleh, Leadership Member of Standing Together; Eran Nissan, CEO of Mehazkim and Co-leader of the Phoenix Framework; Sharon Benjio, Director of Government Relations at EcoPeace.

Waffenstillstand darf nur der Anfang sein …

Today is the day we have been working towards.

Today is the day we have been shouting, crying, calling for in all means available to us. Today, we welcome the announcement of a ceasefire deal that allows us to let out a deep breath, but with mixed emotions. There is joy that this nightmare is seemingly coming to an end. There is cynicism that it has taken so long to reach this point. Nevertheless, today, we breathe a sigh of relief with the people of Gaza, with the hostage families, with everyone in the land who has been suffering the consequences of this war.

But we know that our work is far from over. We know the road to reconciliation is long and requires patience. The scars of this war, on bodies, on hearts, on the land itself, will not heal quickly. But we are more committed than ever.

Today, we breathe, and tomorrow we continue to act. We act against injustice, violence, and occupation. We act in support of a just and peaceful solution.

Today is a historical day and an important first step on the road towards achieving true safety, freedom, and equality for all.

– Combatants for Peace

The Perilous Path …

Viele offene Fragen, viel viel Hoffnung, auch mancher Zweifel und manche Skepsis: Eine Möglichkeit für eine andere Zukunft scheint sich aufzutun, sind aber auch beide Seiten schon soweit, nicht mehr an den eigenen Sieg zu glauben? Daniel Kurtz-Phelan im Gespräch mit Philip Gordon

Fundsache: New Jewish Narrative

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Umfrage zeigt Ausmaß religiöser Spaltung in Israel

Die Spannungen zwischen ultraorthodoxen und säkularen Juden sind für drei Viertel (73 Prozent) der jüdischen Israelis einer der schwerwiegendsten Konflikte in der Gesellschaft. So steht es im jährlichen Religionsstaatsindex des Forschungsinstituts Hiddusch, der am 12. Sptember 2025 veröffentlicht wurde.
Hier ein Bericht des ORF dazu:

Und der Religionsindex

Demonstration!

Demonstrate with us Tomorrow!

Israel continues its assault on Gaza, bluntly ignoring Hamas’s agreement to reach a hostage deal.

Every day brings worsening devastation, hunger, and suffering. With Israel’s stated plans to occupy Gaza city, it appears determined to continue until the strip is fully annihilated.

We, Israelis living in Germany, call upon the German government to intensify pressure on the extremist Israeli government, which is committing genocide.

Halting arms deliveries is an important first step, but it is not enough – Germany must also impose immediate sanctions on Israel, including the suspension of the Israel-EU association agreement, and recognize a Palestinian State.

Bring pots and Pans!

Rabbiner gegen Hunger in Gaza

Rund 80 orthodoxe Rabbiner fordern ein Ende der Hungersnot in Gaza

Rund 80 orthodoxe Rabbiner aus verschiedenen Ländern fordern die israelische Regierung auf, der Hungersnot in Gaza ein Ende zu bereiten. Die Initiative für das Schreiben, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, ging demnach von US-Rabbi Yosef Blau aus. Er erklärte: „Wenn Religion dazu benutzt wird, die Verehrung von Macht zu rechtfertigen, verzerrt sie die grundlegende Moral.“ Unkritische Loyalität widerspreche dem Anspruch der Selbstreflexion, der grundlegend für das Judentum sei.

In dem Schreiben heißt es weiter, die Greueltaten der radikalislamischen Hamas entbünden Israel nicht von seiner Verantwortung für die humanitäre Krise im Gazastreifen. Daher müsse das Land eine massenhafte Hungersnot verhindern. Zu den Unterzeichnenden gehört auch der polnische Oberrabbiner Michael Schudrich, der betonte: „Ich liebe Israel – die Nation, das Land, die Menschen.“

Rückbesinnung auf die jüdische Hoffnung

Kritik gibt es auch daran, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu keine Ideen für eine Zeit nach dem derzeitigen Krieg entwickelt habe. So entstehe ein Vakuum, das extremen Stimmen innerhalb der Regierung ermöglicht habe, „beunruhigende Vorschläge“ zu verbreiten. Zudem verurteilen die Rabbiner die eskalierende Gewalt durch extremistische Siedler im Westjordanland: Sie habe zum Mord an Zivilisten geführt und die Region weiter destabilisiert.

Dieser historische Moment erfordere, so das Schreiben weiter, „eine Stimme, die in unseren tiefsten jüdischen Werten verwurzelt ist und von unserer traumatischen Geschichte der Verfolgung geprägt ist“.

Die jüdische Hoffnung auf Gerechtigkeit und Mitgefühl erstrecke sich auf alle Menschen. Zu den Unterzeichnenden gehören auch der Dresdner Rabbiner Akiva Weingarten, der britische Rabbiner David Rosen, der norwegische Rabbiner Michael Melchior sowie der dänische Oberrabbiner Jair Melchior.

Background: The Greater Jerusalem Concept

The Greater Jerusalem concept contains the three settlement blocs around Jerusalem: Maale Adumim (including the E1 area), Gush Etzyon, and Givat Zeev.

Zum weiterlesen ….

Die Macht des Wortes

School for Peace – Update August 2025


Liebe Freundinnen und Freunde,

aus unseren Terminologie-Workshops wissen wir, wie tiefgreifend unsere Wortwahl bei der Beschreibung von Konflikten Menschen beeinflusst. Ob wir etwas Genozid, ethnische Säuberung oder Kriegsverbrechen nennen, solche Bezeichnungen sind nicht nur semantisch – sie haben schwerwiegende politische und emotionale Bedeutungen auf der ganzen Welt. Wir wollten verstehen, warum das so wichtig ist. Und nun wissen wir, dass eine Situation zu bezeichnen einen Wunsch widerspiegelt: den Wunsch nach Anerkennung, nach Wandel, nach Verantwortlichkeit, nach internationaler Verantwortung. Menschen beschreiben mit Begriffen nicht nur, was geschieht, sondern sie pochen zugleich darauf, dass etwas geschehen muss – dass Gerechtigkeit geschaffen werden muss.
Wir sehen, dass überall auf der Welt Menschen glauben, sich „für eine Seite entscheiden“ zu sollen – dass sie sich nur mit einer Seite solidarisieren und sich gegen die andere stellen sollen. Doch uns, deren Arbeit im jüdisch-palästinensischen Dialog verwurzelt ist, aus der wir Stärke gewinnen, ist klar, dass die Realität so zu sehen, wie sie ist – eben nicht bedeutet, einseitig Partei zu ergreifen. Rechenschaft für Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzufordern ist nicht Ausdruck einer Feindseligkeit gegenüber einem Volk – es ist ein Grundsatz, der die Menschenrechte und moralische Klarheit unterstützt. Beim Streben nach Gerechtigkeit geht es nicht um Spaltung; es geht um die Verteidigung universeller Werte und um die Anerkennung aller Menschen, die von Gewalt und Unterdrückung betroffen sind. Darin liegt für uns die ethische Verpflichtung beider Seiten: Leben zu retten, Gerechtigkeit zu schaffen und Heilung für die Opfer zu ermöglichen; und einen Pfad der Rechenschaftslegung und der Transformation für die Täter zu eröffnen – sodass alle in Würde und Hoffnung weitergehen können.

Die entsetzlichen Berichte aus Gaza zerreißen das Herz und sind unstrittig. Der Hunger und die Vernichtung – von Leben, Häusern und ganzen Gemeinschaften – müssen sofort aufhören.
Die 1948 vertriebenen/geflüchteten Palästinenser werden vom Staat systematisch zum Schweigen gebracht und ein Klima geschaffen, das viele lähmt und ihnen die Sprache verschlägt; zugleich fühlen sie sich schuldig, während sie die Auslöschung und Zerstörung ihres Volkes und ihre eigene Ohnmacht erleben. Mittlerweile unterstützen jüdische Israelis entweder aktiv die fortdauernde Gewalt, oder ziehen Verleugnung oder Vermeidung vor, anstatt sich der Realität und ihrer Rolle darin zu stellen. In den vergangenen Wochen, im Angesicht des schrecklichen Hungers, sind wir Zeugen starken Widerstands aus beiden Gruppen geworden – und doch ist dies angesichts des Ausmaßes der Grausamkeiten traurigerweise nicht genug.

Wir rufen jeden Einzelnen von Euch auf: Tut alles, was Euch möglich ist, um diese Grausamkeiten zu beenden und Leben zu retten!

Wenn Ihr nicht wisst, wie, helfen wir Euch gern, darüber nachzudenken, wie Eure Resourcen – Eure Stimme, Eure Zeit, Eure Netzwerke, Eure Geldmittel – etwas bewirken können.

In diesem Brief findet Ihr eine Übersicht über unsere Aktivitäten auch unter diesen unerträglichen Bedingungen, aufrechterhalten durch die Hoffnung und die Überzeugung, dass ein anderer Weg sowohl möglich als auch notwendig ist.


Mit freundlichen Grüßen – Roi Silberberg, Direktor, School for Peace

Übersetzung ins Deutsche ©Ulla Philipps-Heck für Freunde von NSh-WaS e.V., August 2025

Nachtrag

Erklärung der Dorfgemeinschaft und der Bildungseinrichtungen von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam zum Krieg und den fortdauernden Grausamkeiten