Erinnerung für Dienstag

Als am 9. November des letzten Jahres das Goethe-Institut in Tel Aviv zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Holocaust, Nakba und die deutsche Erinnerungskultur“ einlud, um die Thesen ihres Buches “Den Schmerz der Anderen begreifen“ zu diskutieren, brach ein Sturm der Entrüstung in Israel und Deutschland los. Die Veranstaltung wurde schließlich abgesagt.

In dem Gespräch wollen wir der Frage nachgehen, welche Konstellationen und Einstellungen diesem angeblichen Skandal in den beiden Ländern zugrunde liegen.
In ihrem sehr persönlich gehaltenen Buch fordert Charlotte Wiedemann einen an Empathie orientierten Zugang zu diesen historisch zusammenhängenden Ereignissen. Wäre dies die Voraussetzung für eine Friedenslösung. Und was hat dies mit der deutschen Erinnerungskultur zu tun?

diAk-online: Charlotte Wiedemann

Als am 9. November des letzten Jahres das Goethe-Institut in Tel Aviv zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Holocaust, Nakba und die deutsche Erinnerungskultur“ einlud, um die Thesen ihres Buches “Den Schmerz der Anderen begreifen“ zu diskutieren, brach ein Sturm der Entrüstung in Israel und Deutschland los. Die Veranstaltung wurde schließlich abgesagt.

In dem Gespräch wollen wir der Frage nachgehen, welche Konstellationen und Einstellungen diesem angeblichen Skandal in den beiden Ländern zugrunde liegen.
In ihrem sehr persönlich gehaltenen Buch fordert Charlotte Wiedemann einen an Empathie orientierten Zugang zu diesen historisch zusammenhängenden Ereignissen. Wäre dies die Voraussetzung für eine Friedenslösung. Und was hat dies mit der deutschen Erinnerungskultur zu tun?

›Faking Hitler‹

Mit der Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher erhoffte sich das Nachrichtenmagazin ›stern‹ 1983 eine Sensation – und ging stattdessen mit einem der größten Fälschungsskandale in die jüngere deutsche Mediengeschichte ein. Anhand von Original-Tonaufnahmen rekonstruiert der Podcast ›Faking Hitler‹, geschrieben und gehostet von Malte Herwig, den Medienskandal und erzählt, wie der ›stern‹ auf die Fälschung hereingefallen ist. Im Rahmen der Tagung ›»F wie Fälschung«. Gefälschte Provenienzen in der Literatur und ihren Wissenschaften‹ ist Malte Herwig am Donnerstag, 21. September, 19.30 Uhr, zu Gast im Deutschen Literaturarchiv Marbach und berichtet von seiner Recherche und der Entstehung des Podcasts. Es moderiert Sarah Gaber (Deutsches Literaturarchiv Marbach).

Im Keller des ehemaligen ›stern‹-Reporters Gerd Heidemann fand Malte Herwig mehrere hundert Audio-Kassetten, auf denen Telefonate mit dem Fälscher Konrad Kujau festgehalten sind. In zehn Folgen gibt der Podcast ›Faking Hitler‹ Einblick in die Denk- und Arbeitsweise des Fälschers Kujau bis hin zu den Papieruntersuchungen durch das Bundeskriminalamt. ›Faking Hitler‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem European Publishing Award ausgezeichnet.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 21. September 2023, 19.30 Uhr, im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: forschung@dla-marbach.de.

Combatants for Peace zum Neuen Jahr

„They [these demonstrators that oppose this government] need to recognise the inherent link between what is happening now, and the occupation. The militirisation within society, the apartness of Israelis and Palestinians for decades, and the military oppression of millions of people is what has led us here, this isn’t a sudden crisis that we couldn’t have foreseen“

Auszug aus dem Mailing zum Neuen Jahr von Rana Salman, Palestinian Director und Yonatan Gher, Israeli Director

„Our work in Israel has a clear focus. The weekly demonstrations are attracting hundreds of thousands of people, all proudly declaring their right to a free and democratic state. It’s hard for us to accept. We and others have been warning of a declining trend for decades, as illegal settlements were shrugged off as a problem for later, and international law is arrogantly ignored. There are consequences of our inaction and failure to respond – and they are obvious to all now, which is why we stand up on ladders and loudly declare that there is no democracy with occupation! We repeat ourselves over and over to crowds of people, some that raise an eyebrow and move on, and some that stop to talk.“

Amnesty International schaut – nach Deutschland!

Sowohl im Jahr 2022 als auch im Jahr 2023 kam es in Berlin zu pauschalen, präventiven Verboten von Demonstrationen für die Rechte von Palästinenser*innen. Insbesondere rund um den Nakba-Gedenktag am 15. Mai wurden sämtliche Versammlungen in Solidarität mit Palästinenser*innen untersagt.
Amnesty International betrachtet diese Verbote mit Sorge.

Auch wenn Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit nach internationalen Menschenrechtsstandards unter bestimmten Umständen zulässig sind, sind staatliche Behörden zunächst dazu verpflichtet, diese Menschenrechte zu schützen und ihre Ausübung zu ermöglichen.

Jegliche Einschränkungen müssen zwingend notwendig und verhältnismäßig sein. Daran hat Amnesty International mit Blick auf die Versammlungsverbote am Nakba-Tag jedoch erhebliche Zweifel.

Neben ihrer Pauschalität hinsichtlich des Zeitpunktes, des Ortes und der Versammlungsteilnehmer*innen, sind diese auch insofern menschenrechtlich bedenklich, als sie sich auf stigmatisierende und diskriminierende Stereotype beziehen. Amnesty International mahnt deshalb von pauschalen, präventiven Versammlungsverboten abzusehen und die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Berlin für alle zu wahren.

PDF der ai-Stellungnahme

Demokratie und Besatzung gehen nicht zusammen…!

Eines der T-Shirts, die zur Finanzierung der Protestbewegung dienen (- wir versteigern dieses Exemplar demnächst zu deren Gunsten …)

Democray and Occupation cannot coexist!

Palestinian Open Letter

Auf Initiative von Dana El-Kurd, Assistant Professor of Political Science (University of Richmond, Virginia USA) haben sich eine Anzahl palästininensischer Akademiker:innen und Intellektueller, die meisten davon im Exil, scharf ablehnend zu den jüngsten Aussagen von Mahmoud Abbas geäußert:

„We the undersigned, Palestinian academics, writers, artists, activists, and people of all walks of life, unequivocally condemn the morally and politically reprehensible comments made by President of the Palestinian Authority Mahmoud Abbas about the Holocaust.

Rooted in a racial theory widespread in European culture and science at the time, the Nazi genocide of the Jewish people was born of antisemitism, fascism, and racism. We adamantly reject any attempt to diminish, misrepresent, or justify antisemitism, Nazi crimes against humanity, or historical revisionism vis-a-vis the Holocaust. 

The Palestinian people are sufficiently burdened by Israeli settler colonialism, dispossession, occupation, and oppression without having to bear the negative effect of such ignorant and profoundly antisemitic narratives perpetuated by those who claim to speak in our name.

We are also burdened by the PA’s increasingly authoritarian and draconian rule, which disproportionately impacts those living under occupation. Having held onto power nearly a decade and a half after his presidential mandate expired in 2009, supported by Western and pro-Israel forces seeking to perpetuate Israeli apartheid, Abbas and his political entourage have forfeited any claim to represent the Palestinian people and our struggle for justice, freedom, and equality, a struggle that stands against all forms of systemic racism and oppression.“

Rashid Khalidi — Sherene Seikaly — Tareq Baconi — Muhammad Ali Khalidi — Zaha Hassan — Noura Erakat — Raja Shehadeh — Isabella Hammad — Lana Tatour — Nadia Abu El-Haj — Bashir Abu-Manneh — Annemarie Jacir — Raef Zreik — Leena Dallasheh — Lila Abu Lughod — Kareem Rabie — Mezna Qato — Amahl Bishara —  Dana El Kurd — Nadia Hijab — Samera Esmeir — Ahmad Samih Khalidi — Abdel Razzaq Takriti — Maha Nassar — Nadera Shalhoub-Kevorkian — Huwaida Arraf — Rosemary Sayigh  — Areej Sabbagh-Khoury — Tamara Ben-Halim — Yezid Sayigh — Jumana Manna — Nadim Bawalsa — Yousef Munayyer — Omar Qattan — Ismail Nashef — Nu’man Kanfani — Himmat Zoubi — Shahd Hammouri — Hamzé Attar — Hana Sleiman — Haithem El-Zabri — Samir Sinijlawi — Mussa’ab Bashir — Sam Bahour — Huda Al Imam — Bashir Bashir — Joey Ayoub — Michel Khleifi — Layth Malhis — Abdalhadi Alijla — Anis Mohsen — Karam Dana — Omar Dajani — Ubai Aboudi — Issam Nassar — Bassam Massarwa — Zaina Arekat — Bahaa Shahera Rauf — May Seikaly — Jerry Jareer Khoury — Rania Madi — Wesam Ahmad — Refaat Alareer — Omar Jabary Salamanca — Mona Hewaydi — Y. L. Al-Sheikh — Yasmeen Hamdan — Emilio Dabed — Ines Abdel Razek — Basheer Karkabi — Majed Abusalama — Leila Farsakh — Yazan Khalili — Moien Odeh — Hilary Rantisi — Tariq Raouf — Aimee Shalan — Nadia Khalilieh — Linda Kateeb — Samer Abdelnour — Bassam Dally — Zahi Khamis — Sami Jiries — Razzan Quran — Nour Salman — Diala Shamas — Jamal Rayyis — Izzeddin Araj — Tarek Ismail — Susan Muaddi Darraj — Basman Derawi — Rawan Arraf — Asad Ghanem — Assad Abdi — Umayyah Cable — Fahad Ali — Samar Dahleh — Ayman Nijim — Jumana Musa — Miryam Rashid — Helga Tawil-Souri — Leila Shahid — Leena Barakat — Nadia Saah — Hana Masud — Asma Al-Naser

Online unter: https://sites.google.com/view/palestinianopenletter/home?authuser=1

Bericht in Haaretz | Bericht in der Times of Israel.

Redaktioneller Hinweis:
Versehentlich wurde in der ersten Aussendung eine noch unkorrigierte Fassung verschickt, wir Bedauern diesen Fehler.

10. September 1923

Avnery war ein israelischer Journalist, Friedensaktivist, immer zusammen mi seiner Frau Rahel (1932-2011) sowie Schriftsteller und Politiker, in drei Legislaturperioden (1965–1974 und 1979–1981) war er Mitglied der Knesset, des israelischen Parlaments.

1993 gründete Avnery mit anderen zusammen die israelische Friedensinitiative Gush Shalom, die im Jahr 2001 mit dem Right Livelihood Award (dem sog. alternativen Nobelpreis) ausgezeichnet wurde.

Aus einer Rede im Jahr 2002 (Carl-von-Ossietzky-Preisträger):

„Seit mehr als 50 Jahren setze ich mich für eine Friedenslösung ein, die das Recht beider Seiten auf Freiheit, Selbstständigkeit und Gerechtigkeit berücksichtigt. Natürlich besteht keine Symmetrie zwischen den beiden Seiten – wir sind die Besetzer, sie sind die Besetzten, wir haben eine gewaltige Übermacht, sie haben die Hartnäckigkeit eines bedrohten Volkes. Aber so viel Blut auch fließt, so viel abscheuliche Dinge auch passieren, wie gerade jetzt in Dschenin, am Ende werden unsere beiden Völker in diesem kleinen Lande nebeneinander und zusammen leben müssen, weil jede andere Lösung zu schrecklich ist, um auch nur an sie zu denken.“

(Quelle: AphorismA-Archiv, Herkunft unbekannt, wird gerne nachgetragen)

Erinnerung: Quadratur des Dreiecks

Ort: Liane 1 – Karl Marx-Straße 17 (Berlin-Neukölln)
LIANE befindet sich im zweiten Hinterhof, 2. OG (ohne Aufzug)

Zwischen Polarisierung und Polemik

Die Diskussionen in Deutschland zu Israel und Palästina driften viel zu häufig in extreme oder polemische Positionen ab. Betroffene, insbesondere Palästinenser*innen, kommen kaum zu Wort oder werden delegitimiert und teils kriminalisiert. Auch progressive israelische Stimmen haben es zunehmend schwerer, insbesondere seit der Wahl der aktuellen israelischen Regierung.
Wie beeinflussen die Entwicklungen in Palästina und Israel die Debatten in Deutschland?
Oder ist das Verhältnis zu Israel für Teile der deutschen Gesellschaft vor allem eine Projektionsfläche? 

Was bedeutet das für den diAk

Als diAk wollen wir uns die Frage stellen, was die Entwicklungen der letzten Jahre für uns bedeuten?
Wo und wie können wir aktiv sein und etwas zu den Debatten beitragen?
Welche Rolle können wir in Deutschland spielen und mit wem wollen wir zusammenarbeiten.

Zur dieser Gesprächs- und Austauschrunde, zu einer Art von offener Konsultation lädt der diAk am
10. September 2023 ein.

Es handelt sich um eine Annexion

Ein kleines Zitat:
Welches Interesse verfolgen die Siedler in Ihren Augen denn mit dem Justizcoup?

Sie brauchen ihn. Sie müssen das Oberste Gericht beseitigen, weil es ihrer Umgestaltung Israels zu einem exklusiv jüdischen Land im Weg steht. Gleichzeitig gibt es zum ersten Mal seit der Ermordung des damaligen israelischen Premiers Rabin heute einen wachsenden Teil der israelischen Bevölkerung, der sagt: ‚Wir wollen kein religiöses Land. Wir wollen keinen Apartheidstaat. Wir wollen keinen endlosen Krieg.‘ Sie begreifen, dass sie nicht länger nur zuschauen können.“