+972: … the absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism

Michael Sappir über die spiraling absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism

Ein Beitrag auf +972mag über „repression of Palestine solidarity penetrates every sector of life, the state’s liberal self-image is fast becoming a story Germans can only tell themselves.“

In der Sisyphos-Situation

Auf der Plattform Soziopolis ein langes und anregendes Gespräch zwischen Klaus Holz und Jens Bisky über Antisemitismus nach dem 7. Oktober, den Definitions-Fetisch und antirassistischen Bankrott.

Screensho soziopolis

Die Auseinandersetzung mit dem Text lohnt – und sie ist wichtig, um nicht in eine Dichotomie von Schwarz und Weiß zu verfallen, von gut und böse. Es geht auch in diesem Text nicht darum, jedem Satz zuzustimmen, sondern sich auch selbst immer wieder neu zu befragen …

PDF | Zur PDF-Datei dieses Artikels im Social Science Open Access Repository (SSOAR) der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften hier.

Zitat vom Ende des Textes:

„Ich halte BDS für ein wirkliches Problem, dennoch kann man nicht sagen, dass BDS in allen Hinsichten antisemitisch ist. Angesichts all der Skandale der letzten Zeit scheint mir fragwürdig zu sein, dass als hinreichender Beleg für Antisemitismus ausreicht, wenn irgendjemand irgendwann mal einen Boykott-Aufruf unterschrieben hat, selbst wenn sich die Leute heute davon deutlich distanzieren. Wir erzeugen insgesamt eine gesellschaftliche und politische Situation, die nur noch schwarz oder weiß kennt. Man geht davon aus, klar zu haben, was Antisemitismus ist, selbst selbstverständlich komplett frei davon zu sein und glasklar einschätzen zu können, dass die Anderen antisemitisch sind. Wir lassen den Gedanken nicht mehr zu, dass es Bereiche gibt, über die wir streiten müssten. So landet man notorisch im simplifizierenden Entweder-Oder. Dabei sollte uns doch bewusst sein, dass sich Demokratie, Bildung und Aufklärung nicht fördern lassen, ohne sich andauernde diskursive Anstrengungen zuzumuten. Wir hingegen reden so gut wie nur noch über Maßnahmen zur Repression. Daher fürchte ich, dass die Antisemitismuskritik im Moment dabei ist, ihre Qualität als Kritik, ihre Tiefenschärfe und ihre Orientierung an Aufklärung und Selbstreflexion zu verlieren.“

StolperTexte erinnern …

an Opfer des Faschismus

    Das Leo Baeck Institut New York / Berlin hat sein Archiv für Autorinnen und Autoren geöffnet: Das Literaturprojekt wird auf der Leipziger Buchmesse 2024 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

    BesserLesen

    Ronen Altman Kaydar stellt sein Buch Berliner Rebellinnen vor

    Zitat zum Sonntag

    „Wenn man faul ist im Denken, dann muss man die Welt in Binaritäten sehen: die Guten und die Bösen. Dass Israelis und Palästinenser was zusammen machen, ob nun bei der Berlinale oder den „Combatants für Peace“, stört dieses Weltbild. Wer das nicht wahrhaben will, kann leider den Konflikt nicht verstehen. (…) Komplizierter denken zu können, ist zwar nötig. Aber manche Sachen sind ganz einfach, zum Beispiel, dass Kinder nicht ausgehungert werden dürfen. Meine Hoffnung besteht in dem Konzept von Empathie, der Idee, dass man den Schmerz der anderen verstehen kann, unter anderem durch den eigenen Schmerz. Ich sehe die Bilder der Mütter aus Israel, die am 7. Oktober ihre Kinder verloren haben, oder der Kinder, deren Eltern an dem Tag umgebracht wurden. Aus diesem Schmerz heraus kann ich verstehen, warum wir auch die Eltern und Kinder in Gaza nicht töten sollen. Das ist für die meisten gerade sehr schwierig. Aber ich hoffe, dass es im Laufe der Zeit leichter wird, den Schmerz der anderen anzuerkennen.“

    The Zone of Interest

    Das Kinofenster der BpB stellt jetzt Material zu diesem Film online bereit.

    Musik in den Lagern

    Das Pariser Dokumentationszentrum der Shoa hat fast ein Jahr lang eine Ausstellung zu Musik in den Nazi-Lagern gezeigt, online bleibt manches davon weiter zugänglich.

    Nachbericht in der FAZ vom 4. März 2024 (den man:frau sich früher gewünscht hätte, (Noch?) nicht online zugänglich)

    Immer wieder herausfordernd

    Im Rahmen einer Veranstaltung der Katholischen Akademie Berlin wird die neue, durchaus kontrovers aufgenommene Biographie der Philosophin und „Denkerin“ Hanna Arendt durch den Autor Thomas Meyer vorgestellt.

    Live im Youtube-Kanal der Akademie zu verfolgen am 11. März 2024 – 19,00 Uhr

    Mustafa al-Kurd

    (10. Dezember 1945 – 18. Februar 2023)

    Cover LP al-Kurd 1977

    In Jerusalem ist der politische Sänger, Komponist und Dichter Mustafa al-Kurd im Kreise seiner Familie gestorben. Seine Lieder, seine Texte werden noch gesungen und erinnert werden, wenn sie endlich Wirklichkeit geworden sind, all der furchtbaren Wirklichkeit unserer Tage zum Trotz.

    Oh, Jerusalem,
    Du Stadt der Hoffnung
    des Lächelns
    der Liebe
    Sternenhimmel und Freudentänze

    Nach Jahren des Exils, der Arbeit mit der PLO etwa in libanesischne Flüchtlingslagern (davon zeugt etwa die oben gezeigte LP, konnte er 1985 in seine Heimat zurückkehren…

    CD Fawanis (1993)

    Nachruf in Junge Welt (22. Februar 2024)

    22. Februar 1944

    Am 22. Februar 1943 wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl in München von Nationalsozialisten hingerichtet. Die beiden Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hatten Flugblätter gegen den Nationalsozialismus verteilt.