Die Utopie des Friedens

Lea Wohl von Haselberg im Gespräch mit Moshe Zimmermann

Der Historiker Moshe Zimmermann spricht mit der Film- und Medienwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg über den Nahost-Konflikt und die Utopie des Friedens.

In seinem aktuellen Buch Niemals Frieden? Israel am Scheideweg (2024) blickt Moshe Zimmermann in die Vergangenheit zurück – auf die Entstehung der zionistischen Bewegung und die 75-jährige Geschichte des Staates Israel – um auf mögliche Auswege aus dem Teufelskreis der Gewalt und Gegengewalt aufmerksam zu machen. Im Vorwort schreibt er: „Das, was sich seit dreißig Jahren ereignete, und erst recht das, was seit dem 7. Oktober 2023 geschah, trug dazu bei, dass die Fronten auf beiden Seiten sich weiter verhärteten und der gegenseitige Hass sich weiter hochschaukeln konnte. Meine Bilanz fällt sehr kritisch aus, doch versuche ich, meinem Pessimismus zum Trotz konstruktiv zu denken.“

Verfassungsblog

Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht an der Universität Göttingen, analysiert auf dem „Verfassungsblog“:

Scharfgestellte Staatsräson. Zum Umgang deutscher Sicherheitsbehörden mit dem Berliner „Palästina-Kongress“ – mit dem Ergebnis: Kein Ruhmesblatt deutscher poliischer Kultur und noch einiges an Zündstoff …

Die Drecksarbeit der liberalen Mitte

… unter diesem schon an sich spannenden Titel findet sich aktuell ein äußerst lesenwerter Artikel von Hanno Hauenstein in der Schweizer „WOZ – Die Wochenzeitung„, der vielen aus dem Herzen – oder besser aus dem Verstand – sprechen dürfte. (Und eine ideale Vorbereitung für unseren morgigen „Nachdenktag“ ist…)

Screenshot WOZ

„Wie andere es sehen …

Eine Besprechung und Gespräch (auf der Website RNS) von Yonat Shimron einer neuen Dissertation in den USA: The Treshold of Dissent“ von Marjoire N. Feld (New York University Press NYU Press).

Screenshot The Threshold of Dissent

Aus der Verlagsankündigung:

„Explores the long history of anti-Zionist and non-Zionist American Jews

Throughout the twentieth century, American Jewish communal leaders projected a unified position of unconditional support for Israel, cementing it as a cornerstone of American Jewish identity. This unwavering position served to marginalize and label dissenters as antisemitic, systematically limiting the threshold of acceptable criticism. In pursuit of this forced consensus, these leaders entered Cold War alliances, distanced themselves from progressive civil rights and anti-colonial movements, and turned a blind eye to human rights abuses in Israel. In The Threshold of Dissent, Marjorie N. Feld instead shows that today’s vociferous arguments among American Jews over Israel and Zionism are but the newest chapter in a fraught history that stretches from the nineteenth century.“

Im Kleinen das Große zeigen

Zum Tod des Regisseurs Michael Verhoeven (1938-2024)
Ein Beitrag auf BR-Mediathek

Screenshot Michael Verhoeven BR

Ein Nachruf Daniel Kothenschulte in der Frankfurter Rundschau

1. Frankfurter Auschwitz-Prozeß

Vor 60 Jahren – zwischen 1963 und 1965 – fand der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozeß statt. Die Prozeßakte und die Tonbänder dazu bewahrt das Hessische Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.

Als bedeutendes Zeugnis für die justizielle Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen wurden die im Hauptstaatsarchiv befindlichen Prozessunterlagen 2017 durch die UNESCO als Weltdokumentenerbe ausgezeichnet.

Das Hauptstaatsarchiv stellt den Auschwitz-Prozeß in den Mittelpunkt einer Posterausstellung der UNESCO zum Weltdokumentenerbe, die durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zum vielfältigen Weltdokumentenerbe mit Schwerpunkt auf Hessen begleitet wird.

Eröffnung: 30. April 2024, 18:00 Uhr – Vernissage mit öffentlichem Vortrag
Dr. Nicola Wurthmann, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
„Das Weltdokumentenerbe des Hessischen Landesarchivs:
Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963 – 1965″



			

Nahost in Neukölln

Wie können wir nach dem 7. Oktober Brücken bauen?

Donnerstag, 25. April 2024 – 19.30 Uhr
Nachbarschaftshaus am Körnerpark

Schierker Straße 53 – 12051 Berlin (nahe S-/U-Bhf. Neukölln)

Eingeladen sind drei Projekte, die in Neukölln Begegnungen und Dialog organisieren und sich gegen Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus einsetzen, mit den Gästen wollen sie diskutieren, wie der 7. Oktober ihre Arbeit verändert hat und was für die Zukunft wichtig ist:

  • Clara Debour (Campus Rütli – Gemeinschaftsschule)
  • Ender Cetin (Meet2Respect)
  • und eine*n Vertreter*in von Shalom Rollberg

Moderation: Lissy Eichert, Kalle Lenz (Kath. Kirchengemeinde St. Christophorus, Nord-Neukölln)

Näheres unter

79. Jahrestag des Befreiung des KZ Dachau

Am 29. April 1945 befreiten Einheiten der US-amerikanischen Armee das Konzentrationslager Dachau. Bereits am 28. April flüchtete der Großteil der SS-Lagerführung und der Wachmannschaften.

Zum Zeitpunkt der Befreiung befanden sich noch 32.300 Häftlinge im KZ Dachau. Wenige Tage vor der Befreiung wurden noch über 10.000 Häftlinge von der SS aus dem Lager auf sogenannte „Todesmärsche“, meist Richtung Tirol, geschickt. Mehr als 1.000 Häftlinge starben dabei.

Auch in den Wochen nach der Befreiung verstarben noch Tausende Häftlinge an den Folgen der KZ-Haft. Die Gedenkfeier zum 79. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau findet am Sonntag, 5. Mai 2024, statt.

Aktuelles Programm

Andere Visionen III

In the midst of unparalleled violence, divisiveness and uncertainty, what does reconciliation entail? How do we navigate the road ahead?

Join us for a webinar Dialogue Meeting with newly, bereaved Israeli mother Elana Kaminka and bereaved Palestinian husband, Yacoub Al-Rabi. They will bravely recount their deeply personal journeys of loss and the courageous decisions they’ve made to pursue reconciliation and peace.

Their experiences offer insights into the complexities of grief and resilience.

Register for the webinar on Tuesday, April 30, 2024

1:00 PM EST – 8:00 PM Jerusalem – 6:00 PM London

Art Spiegelman

‚Maus‘ oder die Hölle von Auschwitz – Der Kult-Comic von Art Spiegelman
Arte Mediathek

Eine Shoa-Geschichte in Comicform? „Maus – Geschichte eines Überlebenden“ von Art Spiegelman thematisiert erstmals die Schoah in der Mainstreamkultur und gilt bis heute als Meilenstein in der Geschichte des Comics. In „Maus“ erzählt Art Spiegelman die Geschichte seines Vaters, eines polnischen Juden, der Auschwitz überlebte und anschließend in die USA emigrierte.

Das Erscheinen der beiden „Maus“-Bände von Art Spiegelman in den Jahren 1986 und 1991 glich einer kleinen Revolution: Erstmals wurde die Shoa in einem Comic thematisiert. Art Spiegelman erzählt darin die Geschichte seines Vaters Wladek, eines polnischen Juden, der das Vernichtungslager überlebte und nach dem Krieg in die USA auswanderte.
Der (auto-)biographisch und historisch angelegte Comic war eines der ersten Werke eines Vertreters der „zweiten Generation“, deren Eltern die Shoa überlebten. Art Spiegelman thematisierte darin die Bedeutung von Zeitzeugenberichten für die Traumaverarbeitung nachfolgender Generationen, noch bevor sich Historiker der Frage annahmen. Damit demonstrierte er auch die dokumentarische Macht des Genres.
Keine Frage – mit „Maus“ hat Art Spiegelman die Comicgeschichte geprägt und das Genre um eine ganz neue formelle Freiheit bereichert. Der Comic gilt seit „Maus“ als vollwertige literarische Gattung, der einem Roman oder einem Film in nichts nachsteht.

Regie. Pauline Horovitz – Frankreich 2024