07. Oktober (2025)

Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere, an dem Menschen leiden, leiden, weil ihre Verwandten, ihre Freund:innen noch in Geiselhaft sind, weil die Kinder hungern und die Besatzungsarmee (noch) immer in Gaza und anderenorts zugange ist … .

Und doch ist es ein besonderer Tag, weil wir Menschen in solchen Zyklen wie Jahrestagen denken und fühlen und auch weil es seit langem etwas, etwas Hoffnung gibt auf eine Ende der Gewalt.

Deshalb heute einmal vier Meldungen, die die Komplexität der Wirklichkeit spiegeln sollen, an einem Tag, nicht wie sonst jeden Tag („nur“) eine:

Das Gedenkprojekt der Israelischen Nationalbibliothek:

Zur Lage der Paästinenser:innen weltweitl: Al-Shabaka: The Palestinian Policy Network … Global Solidarity with Palestine

Eine Reflexion von Aiman Mazyek auf zenith.me über eine inklusive Erinnerungskultur

Und eine Reflexion der Combatants for Peace (CfP)

Erinnerung: Dienstags-Zoom startet wieder!

Zoom-Link: Klicken Sie bitte auf

Nach halbjähriger Pause soll unsere Zoom-Gesprächsreihe nun endlich weitergehen. Jeden ersten Dienstag im Monat laden wir einen spannenden Gast aus Deutschland, Israel oder Palästina ein, um mit neuen Perspektiven auf die Region zu blicken und die aktuelle Lage vor Ort zu diskutieren. Dabei ist es uns stets ein Anliegen, eine Vielfalt von Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die sich (im Einklang mit den Leitsätzen des diAK) für einen offenen und sachlichen Diskurs sowie für einen dauerhaften und gerechten Frieden in Israel und Palästina einsetzen.

Unser erster Gespräch wird am Dienstag, dem 7. Oktober 2025 von 19 bis 20 Uhr deutscher Zeit, stattfinden. Als ersten Gast begrüßen wir Sally Azar, Pastorin für die englischsprachige Gemeinde der Erlöserkirche in Jerusalem. Sie hat Theologie im Libanon und Deutschland studiert und ist seit 2023 die erste palästinensische Pastorin im Heiligen Land. Im Zoom-Call wird sie mit uns über die Lage palästinensischer Christ:innen seit dem 7. Oktober 2023 sprechen. Das Gespräch findet auf Deutsch statt.

Unsere nächsten Termine für den Kalender:

7. Oktober – Sally Azar, Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, Jerusalem

4. November – Prof. Dr. Markus Dreßler, Professur für Moderne Türkeistudien, Universität Leipzig

2. Dezember – Dr. Maya Rosenfeld, Politikwissenschaftlerin und Anthropologin, Hebräische Universität in Jerusalem

6. Januar – Dr. Dr. Peter Ullrich, Soziologe und Kulturwissenschaftler, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Moderation: Jakob Eißner

Jenseits der Staatsraison

Wie historische Verantwortung, strategische Interessen und Völkerrecht in Einklang gebracht werden können.

Expertenpapier für eine nahostpolitische Wende

Live-Mitschnitt der Bundespressekonferenz zur Vorstellung des Papiers

DINO-Nahost-Talks: … gibt es dennoch Perspektiven?

Wie können Europa und die USA mit der scheinbaren Ausweglosigkeit im Nahostkonflikt umgehen und gibt es dennoch Perspektiven für Frieden?

23. September 2025, Einlaß ab 18:30 Uhr – Beginn 19:00 Uhr
Hybride Veranstaltung der Europäischen Akademie Berlin mit

  • Prof. Moshe Zimmermann, Historiker
  • Nirit Sommerfeld, Mitbegründerin „Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern“
  • Prof. Mitri Raheb, Dar-al-Kalima-Universität Bethlehem (zugeschaltet)
  • Jürgen Hardt, MdB, CDU
  • Dr. Julia Duchrow, Amnesty International Deutschland

Moderation: Thomas Nehls, ehem. ARD-Korrespondent & DINO Vorsitzender

Anmeldung

Bitte vermerken Sie in der Anmeldung, wenn Sie dem Live-Stream folgen möchten

Wenn nur eine Seite spricht

Auf der Seite Jakobin.de findet sich ein Beitrag von Fabian Goldmann (siehe: https://www.schantall-und-scharia.de/nahostquellen) zur deutschen Nahostberichterstattung.

„Wer kommt bei der Nahost-Berichterstattung zu Wort? Eine exklusive Auswertung von 5.000 Schlagzeilen deutscher Leitmedien zeigt: Israels Militär und Regierung dominieren. Unabhängige Quellen werden kaum genutzt.“

Auf nach Kanaan

Essen verbindet, eigentlich – und das Essen dort erst recht: Berliner Restaurant Kanaan steht vor dem Aus – „Die Menschen haben Angst“ – also um so mehr ein Grund, es zu besuchen!

Beitrag auf Berlin-live | Beitrag auf Tagesspiegel.de

Zitate zur Zeit

Aus der SWP

Die Meldungen aus dem Nahen Osten überschlagen sich. Die SWP Expert:innen Drin. Muriel Asseburg und Dr. Peter Lintl ordnen die Lage in zahlreichen Medienbeiträgen ein:

🔹 Muriel Asseburg spricht sich im Deutschlandfunk Kultur dafür aus, die Anerkennung Palästinas nicht als blauäugig zu betrachten, sondern als Teil eines Maßnahmenpakets inklusive Reform der Autonomiebehörde und internationaler Sicherheitspräsenz & damit ein Schritt in Richtung Konfliktregelung.
🎧 https://lnkd.in/eDVPA4JC

🔹 Peter Lintl fordert im MDR aktuell-Interview einen Geiseldeal und mehr europäischen Druck auf Israels Regierung. Eine Ausweitung des Krieges gefährde die noch lebenden Geiseln und verschärfe die ohnehin katastrophale humanitäre Lage.
🎧 https://lnkd.in/esSx3F2p

🔹 Im rbb Inforadio analysiert Peter Lintl die fehlende Nachkriegsstrategie Israels und warnt vor der maßgeblich innenpolitisch motivierten Kriegsführung Netanjahus.
🎧 https://lnkd.in/eDdczhUS

🔹 In der Frankfurter Rundschau kritisiert Muriel Asseburg das Zögern Deutschlands und der EU. Menschenrechtsverletzungen haben bislang kaum Konsequenzen gehabt, konkrete Schritte europäischer Politik wie etwa eine Aussetzung von Teilen des Assoziierungsabkommens seien überfällig.
📰 https://lnkd.in/e8Qmt2sx

🔹 Im Interview mit Haaretz erklärt Muriel Asseburg, wie die deutsche Israel-Politik zwischen Kritik und Unterstützung schwankt und warum die Anerkennung Palästinas ein starkes Signal wäre.
📰 https://lnkd.in/ew2P7uZ5

🔹 Im Gespräch mit der DW erläutert Muriel Asseburg, warum Deutschland mit der Anerkennung Palästinas zögert und weshalb dieser Schritt dennoch überfällig ist.
🎧 https://lnkd.in/eEAA7rhb

Bundeskanzler Merz zur Entwicklung in Gaza

Pressemitteilung 8. August 2025

„Israel hat das Recht, sich gegen den Terror der Hamas zu verteidigen. Die Freilassung der Geiseln und zielstrebige Verhandlungen über einen Waffenstillstand haben für uns oberste Priorität. Die Entwaffnung der Hamas ist unerlässlich. Die Hamas darf in der Zukunft von Gaza keine Rolle spielen.

Die Bundesregierung bleibt zutiefst besorgt über das fortdauernde Leid der Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Mit der geplanten Offensive trägt die israelische Regierung noch stärker als bisher Verantwortung für deren Versorgung. Sie muss einen umfassenden Zugang für Hilfslieferungen ermöglichen, auch für UN-Organisationen und andere nicht-staatliche Institutionen. Israel muss nach den richtigen Schritten der letzten Tage die humanitäre Lage in Gaza weiter umfassend und nachhaltig verbessern.

Außerdem fordert die Bundesregierung die israelische Regierung dringend auf, keine weiteren Schritte hin zu einer Annexion des Westjordanlands zu unternehmen.“

Was für ein ‚Engel der Geschichte‘ …

Germany’s angel of history is screaming

As Israel obliterates Gaza with Berlin’s backing, German public support is plummeting. Yet the government is crushing dissent and refusing to change course — all in the name of atoning for Germany’s own genocidal history.