Auf der Online-Plattform qantara.dereflektiert Jannis Julien Grimm, Leiter der Forschungsgruppe „Radical Spaces“ am Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung, sehr nachdenkenswert über die Herausforderungen der aktuellen Debatten.
„Diskussionen um den Nahost-Konflikt werden seit je her durch Lagerdenken erschwert. Insbesondere in Deutschland erweist es sich mitunter als ein heikler Balanceakt, Empathie für Opfer politischer Gewalt in Israel zu zeigen und gleichzeitig auf das Leid der Menschen in Gaza und im Westjordanland hinzuweisen, die bei weitem die Hauptlast aller Konfrontationen zwischen israelischen Truppen und palästinensischen Milizen tragen.“
Die Schweizer Online-Zeitung Infosperber bringt aktuell ein Gespräch mit Ruchama Morten, seit Jahrzehnten aktiv in der Menschenrechts- und Versöhnungsarbeit, das erschreckend zeigt, wie wenig „leicht“ eine solche Arbeit war und ist …
„Berlin Review“ orientiert sich an der „London Review of Books“ und der „New York Review of Books“. Die erste, ausschließlich online publizierte Ausgabe ist jetzt im Februar erschienen. Darin findet sich ein Beitrag von Adania Shibli, in dem es auch um die Verschiebung der LiBeraturpreis-Verleihung geht.
„Nur ein radikaler Universalismus jenseits von Identität kann für Gerechtigkeit sorgen, auch im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Omri Boehm, Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2024, begründet im Gespräch mit dem Börsenblatt des Deutschen Buchhandels, warum.“
Für die einen überholt, wenn je eine wirkliche Option, für die anderen ein Weg / der Weg aus der Sackgasse… Moshe Zimmermann im Gespräch mit Michael Hesse von der FR über sein mit Moshe Zuckermann veröffentlichtes Buch und dessen Umfeld: „Denk ich an Deutschland …“ Frankfurt a. M. (Westend) 2023. 304 S., 25 Euro.
While Israel’s citizens are united around the need to militarily and politically topple Hamas and bring back the hostages, the Israeli government is in no hurry to discuss the day after. In the meantime, parts of the coalition are already busy promoting destructive measures, such as establishing settlements in Gaza.
Against the resounding failure of conflict management strategies, the strengthening of Hamas, and the weakening of the Palestinian Authority led by the right-wing governments in the last 15 years, there is a necessity to generate new perceptions that will ensure the security of Israel and its existence as a Jewish, democratic, and liberal state.
The Mitvim Institute and the Berl Katznelson Foundation, with the support of the Friedrich Ebert Foundation in Israel and the New Israel Fund, hosted an online conference discussing the ‚day after‘ from various perspectives and presenting a new political vision for Israel and its security. The conference was attended by leaders from the political system, including MK Yair Lapid, MK Mansur Abbas, and MK Naama Lazimi, as well as researchers and prominent figures from civil society.
The conference held in Hebrew. Please press on subtitles in order to watch the videos from the conference with English subtitles.
Christoph Hasselbach analysiert für die Deutsche Welle die Rahmenbedingungen für das deutsche Enagement; die Sackgasse, von der er schreibt, hat aber wohl mehr Enden, als im Artikel erkennbar wird. Was bleibt vom ehemaligen Renommee deutscher Politik nach dem aktuellen Scherbenhaufen?
Wer Deutscher werden möchte, soll sich zum Existenzrecht Israels bekennen. Die Regeln für die Einbürgerung sollen entsprechend verschärft werden. Das Land Sachsen-Anhalt ist mit einem besonderen Erlass zum Staatsangehörigkeitsrecht vorangeprescht. …
Vortrag | „Nach dem 7. Oktober: Antisemitismus, Rassismus und die deutsche Debatte“
29. Januar 2024 | 10:00 s.t. – 12:30
Das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und die militärische Reaktion Israels haben weltweit für emotionale und verbitterte Debatten gesorgt. Auch in Deutschland äußern sich bereits bestehende Konfliktlinien in einer neuartigen Vehemenz: auf der einen Seite das Bekenntnis zum Staat Israel aufgrund der deutschen Geschichte. Auf der anderen Seite wird Israel als „Kolonialstaat“ delegitimiert. Der Konflikt äußert sich auf den Straßen, in sozialen Medien und in Hörsälen. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, warum der Nahostkonflikt so viel Emotionalität und Aggressivität hervorbringt und zeichnet Möglichkeiten auf, wie die Debatte differenzierter geführt werden kann.
Freie Universität Berlin lädt alle Interessierten herzlich zu diesem Vortrag ein.
Hörsaal A, Henry-Ford-Bau – Garystraße 35, 14195 Berlin
Harry Nutt im Gespräch mit dem Philosophen Christoph Menke (In: Berliner Zeitung„)
„Philosoph: Mit Klauseln lässt sich Antisemitismus nicht bekämpfen“
Vergleiche mit der McCarthy-Zeit treffen nicht zu. Aber es besteht die Gefahr, Probleme durch staatliche Überwachung lösen zu wollen.
Aus dem Gespräch:
„Ich halte das für einen falschen Versuch, Antisemitismus zu bekämpfen. Allein die Absicht, hier mit nur einer Definition des Antisemitismus arbeiten zu können und diese staatlicherseits verpflichtend zu machen, ist kontraproduktiv. Man sieht das bei der Frage nach dem Verhältnis von Israelkritik und Antisemitismus. Wie jetzt mit Formeln wie „israelbezogener Antisemitismus“ die Grenze zwischen beidem verwischt wird, zeigt eine Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs zu anderen Zwecken.“