Spore: „The Big Chill“ – 5. Oktober 2024

At the invitation of Candice Breitz, symposium guests Michael Barenboim, Daniel Bax, Yasmeen Daher, Alexander Gorski, Pauline Jäckels, Nadezda Krasniqi, Jerzy Montag, Michael Rothberg, Nahed Samour and Charlotte Wiedemann will discuss the modes of silence and array of silencing mechanisms that constitute the chilling effect that has settled over German public discourse in the wake of the horrific atrocities of 7 October 2023 and the unspeakably grotesque and disproportionate violence that Palestinians have been subject to both leading up to and since that date.

Der deutsche Blick auf Hitler und den Nationalsozialismus

Zwischen Verdrängung, Betroffenheit und heimlicher Verehrung: Seit vier Generationen setzen sich Menschen in Deutschland mit der NS-Zeit auseinander. Auf verschiedenste Weise, wie eine Bonner Ausstellung zeigt. – ein Beitrag von Katarzyna Domagala-Pereira, Journalistin und Publizistin, stellvertretende Leiterin von DW-Polnisch.

Zur Ausstellungsseite (Haus der Geschichte, Bonn) – Zum Bericht bei der DW.

Israelische NGOs zur deutschen Debatte

Dazu ein Betrag (jpg-journal.de) von Jessica Montell (Hamoked, früher B’Tselem)

Blick auf die Feiertage….

Days of Awe: Rosh HaShana, Tashlich, Yom Kippur

October 2-12, 2024 • 1-10 Tishrei 5785 • Materialseite

From JVP Havurah Network, JVP BIJOCSM Network (Black, Indigenous, Jews of Color, Sephardi, Mizrahi), JVP Rabbinical Council, JVP Chapters, Members and Friends

Kafkas Diagnostik der Moderne

Die Jubiläumskonferenz, Lesung und Konzert zum 100. Todestag von Franz Kafka setzen sich aus philosophischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive mit seinem Werk auseinander. Zentral ist dabei die Frage nach Kafkas Verhältnis zur Moderne. Kaum einem anderen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts wurde wiederholt ein solches Maß an Zeitgenossenschaft attestiert. Dient die Auseinandersetzung mit Kafka auch heute noch zur Verständigung zwischen uns und unserer Zeit?

© Logo: Kavka | Tusche auf Papier | Markus E. Hodec | 2023

Organisation: Markus E. Hodec, Petr Kouba, Michael Scheffel und Jan David SchenkEine Veranstaltung der Instituts für Philosophie der tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Bergischen Universität Wuppertal.

Deutsche Welle – Arts Unveiled

Deutschlands Stimme in der (für die?) Welt – ein Bericht über Künstler:innen in unserem Land, unter anderem auch mit dem in Berlin lebenden, aus Jerusalem stammenenden, palästinensischen Photo-Künstler Steve Sabella.

The Hamas-led attack on Israel on October 7th, 2023, and the subsequent war in Gaza have polarized the world. This has also affected the cultural scene. There is growing pressure on artists and intellectuals to take a stand on the situation. Some artists voice concerns that harsh criticism of Israel is too quickly branded antisemitic – especially in Germany, which sees itself as having a special responsibility towards Israel due to the Holocaust. Nevertheless, pro-Palestinian demonstrations have been taking place on the streets and at universities in Germany – including angry demonstrations against Israel.

Other artists have criticized the coldness of the response from the left and lack of empathy for the Israeli victims of the terror attacks. They say Israel is being pilloried. A constructive dialogue seems a long way off. What are the roots of the deep divisions? And can they be overcome? We meet artists who have taken controversial stances: French-Israeli bestselling author Eva Illouz, South African-Jewish visual artist Candice Breitz, Palestinian photographer Steve Sabella and German-Palestinian author Joana Osman. And we ask them how dialogue and understanding might still be possible: despite deep trauma on both sides, there are people who are attempting to bridge the divide.

Daniel Bar-Tal im ZEIT-Gespräch

Der Autor unseres Schriftenreihen-Bandes 46 | Unbekümmert in den Abgrund. Die Folgen von Konflikt und Besatzung für die jüdisch-israelische Gesellschaft in einem ganzseitigen Gespräch in der ZEIT (aktuell hinter der Bezahlschranke, aber im folgenden ein paar Zitate):

(…)

(…)

ExtremismusMonitor Thüringen

Diskursverschiebungen sichtbar machen: Diesem Ziel gilt die wissenschaftliche Sammlung und Auswertung potentiell verfassungsfeindlicher Äußerungen aus dem Thüringer AfD-Verband

Der ExtremismusMonitor Thüringen ist eine Untersuchung des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre der Universität zu Köln. Zum Zwecke der wissenschaftlichen Auswertung sowie gesellschaftlichen Information stellt er – ausschließlich öffentliche – Äußerungen der AfD Thüringen sowie ihres Führungspersonals auf Landes- und Kreisebene zusammen und ordnet sie juristisch ein. Bürgerinnen und Bürgern abseits behördlicher Einschätzungen eine objektive Bewertungsmöglichkeit an die Hand zu geben, ist leitendes Motiv des ExtremismusMonitors Thüringen.

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Haßkriminalität im Internet

Forscher der TU Berlin entwickeln ethische Anforderungen für den Einsatz von KI-Modellen in Polizeibehörden

Im Rahmen des Forschungsprojekts KISTRA – Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Früherkennung von Straftaten hat die Technische Universität Berlin gemeinsam mit Verbundpartner:innen neue Erkenntnisse zur Anwendung von KI-gestützten Lösungen in der Strafverfolgung gewonnen. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts war es, KI-Modelle zu entwickeln, die Polizeibehörden dabei unterstützen, strafrechtlich relevante Haßrede wie Volksverhetzung in großen Datenmengen effizienter zu identifizieren.

Mehr über das Projekt in einem ausführlichen Interview mit Dr. Robert Pelzer und Michael Hahne.

Die Ergebnisse des Projekts tragen zur aktuellen Diskussion um den Einsatz von KI im sicherheitsbehördlichen Kontext bei und bieten wertvolle Ansätze für eine ethisch und rechtlich einwandfreie Implementierung solcher Systeme. „Zukünftige Herausforderungen bestehen vor allem in der Schaffung der notwendigen Infrastruktur und der Sicherstellung der Qualität der eingesetzten KI-Modelle“, betont Robert Pelzer, Projektleiter an der TU Berlin.

Die Forschungspartner:innen haben KI-Modelle trainiert, die Beiträge aus Online-Plattformen nach potenziell strafrechtlich relevanten Äußerungen durchsuchen und diese vorsortieren. So können Strafverfolgungsbehörden schneller und gezielter Maßnahmen ergreifen. Das System ermöglicht es den Behörden, die manuelle Vorauswahl großer Datenmengen zu umgehen und sich direkt auf die strafrechtliche Einzelfallbetrachtung zu konzentrieren. Dies führt zu einer erheblichen Zeitersparnis und erhöht die Effizienz bei der Verfolgung von Straftaten.

Die gesamte Pressemitteilung abrufbar unter: https://idw-online.de/de/news839038


Zur geplanten Resolution zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland

Kunst und Wissenschaft, Kulturinstitutionen und Hochschulen sind wesentliche
Diskursräume der Demokratie und damit auch Orte zur Vorbeugung und Bekämpfung von
Antisemitismus und jeder Form von Diskriminierung. Zahlreiche Institutionen, Künstler:innen,
Wissenschaftler:innen und Einzelakteur:innen haben durch künstlerische,
zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Projekte Brücken gebaut und Räume für
Verhandlung und Meinungsbildung geschaffen. Strukturen und Arbeitsprozesse im Kulturund
Wissenschaftsbereich wurden in den vergangenen Jahren zunehmend selbstkritisch
analysiert und diversitätsorientiert weiterentwickelt.

In diesem Sinne begrüßen wir die Initiative, demokratische Maßnahmen zur Bekämpfung
von Antisemitismus sowie gegen jede Form von Diskriminierung auf den Weg zu bringen.

Die öffentlich gewordene Fassung der geplanten Resolution „Nie wieder ist jetzt: Jüdisches
Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken“ erfüllt uns jedoch mit großer Sorge.
Nach ersten juristischen Einschätzungen kollidiert sie mit dem Grundgesetz,1 bringt eine
mannigfaltige Rechtsunsicherheit, zweifelhafte Praktikabilität und die Gefahr der
Diskriminierung mit sich. Durch die autoritative Verwendung der sehr weitreichenden und
gleichzeitig unscharfen (2) IHRA-Arbeitsdefinition als Regulierungsinstrument (3), sowie durch die
unklare Frage (4) faktischer Bindung einer Bundestags-Resolution, droht sie enorme
Verunsicherung mit sich zu bringen und zum Verstummen jener Stimmen zu führen, die
durch entsprechende Ansätze geschützt werden sollen. Ein immenser Schaden für unsere
Demokratie wäre die Folge. Doch der Bekämpfung von Antisemitismus gebührt eine
Resolution, die mit der demokratisch freiheitlichen Grundordnung in Einklang steht.
Bereits der gescheiterte Versuch, in Berlin eine Antidiskriminierungsklausel einzuführen, hat
durch Verfahren und Form der Klausel, wie unlängst durch eine Umfrage bestätigt, den
Glauben in die Politik und an eine konstruktive Zusammenarbeit tief erschüttert und die
bereits stattfindende Antidiskriminierungsarbeit um Jahre zurück geworfen. In der
inhaltlichen Arbeit der öffentlich-geförderten Institutionen hat durch die enorme
Verunsicherung Selbstzensur massiv zugenommen, der internationale Imageverlust
Deutschlands als Wirtschafts-, Kunst- und Wissenschaftsstandort ist ebenfalls gravierend.
Indem zahlreiche Expert:innenstimmen, darunter die namenhafter Jurist:innen,
Antisemitismusforscher:innen und Diversitätsexpert:innen, offensichtlich übergangen oder
ignoriert werden und zum bisherigen Entstehungsprozess der Resolution wenig Transparenz
herrscht, entstehen zusätzliche Irritationen.

Außerdem resultieren, wie auch bei möglichen Klauseln (5), nicht absehbare Konsequenzen:
Wenn ein Schutz entstehen soll, muss transparent sein, in genau welchem Fall die
Resolution greift, wer dies kontrolliert und entsprechende Konsequenzen zieht.

Welche Stelle soll die Einhaltung der Resolution in rechtsstaatlicher Form überprüfen und
sicherstellen können? Wie wird die Einhaltung von Grundrechten (z.B. Kunst-,
Wissenschafts- und Meinungsfreiheit) gewährleistet? Wie wird vermieden, dass Förderung
künftig von grundgesetzlich geschützten politischen Anschauungen abhängig gemacht wird?

Und vor allem: Wie wird sichergestellt, dass nicht ein Kontrollsystem etabliert wird, das von
antidemokratischen Kräften missbraucht werden kann?
Gerade bei einem solch immens wichtigen Thema muss eine fundierte, tragfähige und
zielführende Strategie in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, mit Kunst und
Wissenschaft und aufbauend auf die vorhandene Sachkenntnis angestrebt werden.
Wir rufen daher die Bundestagsabgeordneten aller demokratischen Parteien dazu auf, die
Resolution im gemeinsamen Dialog mit Vertreter:innen aus Kunst, Wissenschaft und
Zivilgesellschaft zu überarbeiten und ihre Verabschiedung zumindest zu vertagen – um
zeitnah gemeinsam und öffentlich zielführende Ansätze zu entwickeln, die
unsere wertebasierte und freiheitliche Demokratie festigen und Deutschland als Kunst- und
Wissenschaftsstandort stärken.

Wir möchten die Vertreter:innen aller Parteien aufrufen, einen entsprechenden Dialog zu
initiieren, um gemeinsam mit Expert:innen und Verbänden in aller Offenheit zielführendere
Lösungen zum Schutz der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland zu entwickeln.