An vielen Ort wird in diesen Tagen über die Verleihung oder Nicht-Verleihung und dann doch Übergabe des Hannah Arendt-Preises an Masha Gessen gesprochen, exemplarisch zeigen sich an den Ereignissen die Konflikt- und Argumentationslinien hierzulande:
Hier zuerst ein Interview mit Masha Gessen in der Frankfurter Rundschau:
Die Stadt ist wie ausgestorben, keine Tourist:innen und zum Christfest auch keine Pilger:innen in Bethlehem … anders als zu Pandemiezeiten aber aus ganz anderen Gründen und im Angesicht der fortdauernden Gewalt…
Seit Jahren tragen die deutschen Benediktiner auf dem Zion (Dormitio), die Namen, die sie zuvor (bis zum Freitag, 22. Dezember) übermmittelt bekommen haben „symbolisch“ und analog in der Heiligen Nacht hinüber zur Krippe …
Und wie alle Spiritualität braucht auch dieses geistliche Unterwegs-Sein – die Diakonie: Also wer helfen will… die Mönche und Brüder schreiben dazu:
„Wir haben es uns daher zu einem guten Brauch gemacht, dass wir mit unserer „Namensaktion“ auch zugleich die herzliche Einladung zu einer Spendenaktion aussprechen. Die Spenden kommen einerseits unserer Gemeinschaft in ihren verschienen Diensten zugute. Vor allem aber unterstützen wir damit soziale Projekte und Einrichtungen in Bethlehem: Schulen für Kinder mit Behinderung, Pflegeheime, Day-Care-Programme, Werkstätten und Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderung, Familienprojekte.“
Auch Nach-hören lohnt sich, das Gespräch mit Alon-Lee Green und Rula Daoud von Standing Together am 17. Dezember läßt sich hier finden … keine verschwendete Zeit, da zuzuhören…:
In ihrer Mail dazu schreiben sie:
„Wow! Over 1,800 viewers from all over the world tuned in yesterday to hear our vision as a movement and what we are doing right now, on the ground. We are excited to share that during the webinar over 250 people joined our new global community – Friends of Standing Together, and many more decided to contribute one-time donations. We are very grateful to receive so much support from all of you, this enables us to continue our work and grow our movement.“
Nach Räumen zu suchen, die bleiben, nach Möglichkeiten, verschiedene, unterschiedliche, ja gegensätzliche Positionen auszuhalten, erst einmal „nur“ auszuhalten, wird immer schwieriger. Aus der Arbeit der Barenboim-Said-Akademie berichtet Michael Barenboim, seines Zeichens auch Konzertmeister des „West-Eastern Divan“ Orchestra, in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk.
Im Bereich Open Space der Berliner Zeitung erschien am heutigen Shabbat ein Beitrag von Mato Shemoleof, der seine, der die Situation seiner Familie reflektiert, ein Israeli in Berlin, schon da, noch da, zwischen den Stühlen und bei den Menschen: Sehr lesenswert!
Das letzte Licht von Chanukka, Shabbat beginnt, es ist noch Freitag (und heue und gestern auch der Tag des großen Mystikers Johannes vom Kreuz), die Gewalt geht weiter … wie lange noch …
Hier die Einladung zur einer Zoom-Begegnung mit Rabbi Arik Aschermann von Torat Tzedek über die Situtation in der Westbank. Hier zur gesamten Mail, in der noch mehr zur wichtigen Arbeit von Torat Tzedek zu finden ist.
Sicher wert, auch eine solche Datumsgelegenheit (ARD Programm) zu nutzen, noch einmal darauf zu schauen, wie „wir“ (West-)Deutschen mit den Täter:innen umgegangen sind, wieviel von der Normalität und Alltäglichkeit des Grauens wirklich aufgearbeitet wurde, bevor die große Identifiaktion mit den Opfern begonnen hat. Wäre da nicht noch einiges an Hausaufgaben zu machen, oder wieder zu machen? (Im ARD Fernsehen heute Abend und noch mit verschiedenen Wiederholungen).
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Katja Maurer erinnert auf der medico-Seite zu Recht daran: „Kritische Erinnerungspolitik müsste sich heute rückbesinnen, ihre eigene Geschichte reflektieren und Ort für radikales Denken und Infragestellen werden, statt selbstgewiss Wahrheiten zu verkünden.“ (aus: Kommentar; Schuld ohne Sühne).
Standing to-gether – Was sonst? Eine gemeinsame Zukunft oder keine lebenswerte, noch immer gibt es Stimmen, die diese ‚Binsenwahrheit‘ nicht nur denken, sondern aussprechen.
Der taz-talk (vom 6. Dezember 2023) mit Rula Daood und Alon-Lee Green von Standing together ist hier bei Youtube nachzuhören – und ein Gespräch im Deutschlandfunk.
May Pundak von A Land for All, und Rana Salman from Combatants for Peace auf CNN im Gespräch. Auch wenn schon ein paar wenige Tage alt, ist es eine ermutigende „Botschaft“.
Dank an B8ofhope (Initiative „promoting peace-building and transformative grassroots initiatives within both Palestinian and Israeli civil societies“) aus der Schweiz, durch wir (erst heute) darauf aufmerksam wurden.
“If we punch a hole in this boat, we will all sink together.” Activists May Pundak of @2States1Homelan and Rana Salman of @cfpeace discuss their enduring dream for Middle East peace, even as explosions ring out while we speak. “Our lives are intertwined,” they say. pic.twitter.com/zv7DKpd7gz
Seit über hundert Jahren – Eine der größten ökumenischen Bewegungen der Welt bringt jeweils am 1. Freitag des Monats März Menschen unter dem Gedanken „Informiert Beten“ zusammen. Nach 1994 ist auch 2024 wieder das palästinensische Komitee mit der Erarbeitung der Liturgie beaufragt worden.
Jetzt entscheidet das „Deutsche Komitee“ anders und „für die Schwestern“ …
Hier die Stellungnahme des Berliner Jerusalemsvereins: