Tom Segev im Gespräch

Tom Segev, 1945 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Paares in Jerusalem geboren, zählt zu den herausragenden Publizisten Israels. Der promovierte Historiker hat zahlreiche Monographien vorgelegt, die sich mit der Geschichte Israels und Palästinas befassen, etwarem: „Die siebte Million“, „Ben Gurion“, und „Es war einmal Palästina“. „Jerusalem Ecke Berlin“ heißt sein 2022 auf Deutsch erschienenes Erinnerungsbuch.

Im Gespräch mit Michael Hesse schaut er auf die Entwicklungen in seinem Land und räumt auch eigene Fehler ein. (Interview in der Frankfurter Rundschau): „Der Krieg muß sofort enden“

Screenshot Frankfurter Rundschau Tom Segev

Aus der innerisraelischen Debatte

Auf ihrem Blog bei der Times of Israel, reflektiert Susie Beicher, (Communications Director of the Policy Working Group, a team of senior academics, former diplomats, human rights defenders, and media experts) über die innerisraelische Debatte, über die IDF und die Politik im Angesicht des anstehenden Verfahrens vor dem International Court of Justice (ICJ).

Vor 60 Jahren

Zum ersten Mal seit der Existenz der Kirche reiste ein Bischof von Rom ins Heilige Land: Paul VI. p.p. besuchte vom 4.-6. Januar 1964 die Stätten der Christenheit - in einer komplexen politischen Gemengelage zwischen Israel, zu dem der Vatikan zu dieser Zeit keine offiziellen Beziehungen hatte und zu den Jordaniern und Palästinensern.

Höhepunkt und zentrales Ereignis war ohne Zweifel die Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras, dem Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie. Andreas und Petrus umarmen einanander, zum ersten Mal seit dem morgenländischen Schisma des 11. Jahrhunderts!

Bericht auf der Seite von Radio Vatikan / Kustos der Franziskaner in Bethlehem 2024 ruft zu Gerechtigkeit auf!

Eingefrorene Qualität

Ein herausforderndes Interview hat Naomi Klein Hanno Hauenstein gegeben (veröffentlicht in der Frankfuter Rundschau), das zum Nachdenken anregen müßte, (ohne es gleich damit abzutun, was die Publizisten unterschreibt, unterstützt und gefordert hat).

„Die Geschichte, an die Deutschland sich erinnert, bleibt unvollständig, weil sie den Holocaust als radikalen Bruch mit den anderen genozidalen Zuckungen der europäischen Geschichte verklärt. Deshalb hat die deutsche Erinnerungskultur heute zunehmend diese eingefrorene Qualität. Die Lehre, die sich aus ihr ableitet, besteht im Kern aus einem Regelwerk über Antisemitismus, das in meinen Augen nicht annähernd elastisch genug ist, um auf neue Bedrohungslagen zu reagieren.“

Israelis for Peace

Zum zweiten Mal hatte heuer (5. Januar 2024) die Gruppe „Israelis für Frieden“/“Israelis for Peace“ in Berlin vor dem Auswärtigen Amt (Werderscher Markt 1) zu ihrer nächsten Kundgebung eingeladen:

Für einen sofortigen Waffenstillstand,
für die Freilassung aller Geiseln und
für eine tragfähige diplomatische Lösung in Israel/Palästina

Stop the war - Israelis for Peace

Die Gruppe heißt alle Menschen, die teilnehmen wollen und dieselben Ziele teilen, willkommen.

Es wird aber freundlich darum gebeten, keine Nationalfahnenmitzubringen.

Die „Israelis for Peace“ sind auf Instagram zu finden: 

Hier ist ein Photo [(c) Martin Forberg] von der ersten Mahnwache der „Israelis für Frieden“/“Israelis for Peace“ (29. Dezember 2023).

Photo M. Forberg Demo 29.12.23  Israelis for Peace

Darüber hat die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet:

Link (Hinter der Paywal)

Zionismus gescheitert?

Fragt Prof. em. Moshe Zimmermann – Hier ein längerer Essay über seine Gedanken und Analysen von Ofer Aderet in Haaretz.

Israel und Gaza II

So gut es eben geht und manchmal geht gar nichts, hält Riad Othman von Medico International Kontakte zu den Partner-NGOs in Gaza. Was sie über die humanitäre Lage dort berichten, ist eine „Vollkatastrophe“, sagt Othman in einem Interview mit Inge Günther aus der Frankfurter Rundachau /FR (2. Januar 2024). 

Screenshot Medico Othmann Gaza FR

Israel und Gaza I

Wie kann Israel von dem Baum wieder herunterklettern, auf den es geklettert ist, danach fragt ein Beitrag von Michael Koplow auf der Seite des US-amerikanischen Liberal Patriot:

Screensho Liberal Patriot

Tal Mitnick, der erste israelische Refusnik (Verweigerer) seit dem 7. Oktober, hat seine Antwort gegeben (Beitrag dazu auf +972mag):

Screensho +972

Neujahr 2024 (20 Teves, 5784)

8:7 – trotz des Durchstechens eines Entwurfs des Urteils an die Presse ist es heute bei dieser Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Israel geblieben … ob die Politik damit verhältnismäßig und überprüfbar wird / bleibt… Eine Station in einem langen Weg der Auseinandersetzung, was es für ein Staat sein und was für eine Gesellschaft Israel sein wird.

Auf der „anderen“ Seite bleibt es auch im neuen Jahr wichtig hinzuschauen – und weiter unten hinzuhören – … deshalb auch nach der großen Spendenzeit der Hinweis auf UNICEF

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Altjahrsabend 2023

Ein Jahr geht zu Ende, dessen Schrecknisse und Verwerfungen, dessen Leid und Gewalt so sicher niemand erwartet hat. Es bleibt die Aufgabe nach einer Zukunft zu suchen, die eine gute Perspektive, ein Leben in Würde und Sicherheit für alle Menschen in der Region schaffen kann. Zum Suchen gehört auch das aktive mittun hierzulande, (zu)hörend, mit Empathie, zugewandt und offen für Veränderung.

auch 2024: zusammendenek und zusammen denken - diAk e.V.