Sie beten mit ihren Füßen

600 Tage nach Beginn des Gaza-Kriegs sind Vertreter verschiedener Religionen am Mittwoch von der Jerusalemer Innenstadt in Richtung Altstadt gezogen. Das Motto der Demonstration lautete: Frieden ist der Weg, und am besten geht man ihn gemeinsam.

Gewidmet war die dritte Ausgabe des interreligiösen Marsches der israelischen Friedensaktivistin Vivian Silver, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas ermordet worden ist. Er war als Gegenpol zum nationalistisch aufgeladenen und oft gewalttätigen Flaggenmarsch am sogenannten Jerusalem-Tag entstanden, der in diesem Jahr auf den 26. Mai fiel.

Zu Beginn sprach Rabbiner David Rosen (Autor in unserer Schriftenreihe) zu den ‚Marschierenden‘

Zu den Teilnehmer:innen gehörte auch der deutsche Botschafter in Tel Aviv, Steffen Seibert und Ines Fischer, Pfarrerin der deutschsprachigen lutherischen Gemeinde in Jerusalem, sie sagte gegenüber der Nachrichtenagentur KNA.„Es ist so wichtig, dass Menschen zusammen für die Gottebenbildlichkeit auf die Straße gehen – und schön, daß es geht“.

Bericht auf Vaticannews (und Audienz für Vertreter:innen von Friedensbewegungen im Vatikan)

Bericht der Frankfurter Rundschau

Ein Lebenswerk gegen visuellen Antisemitismus

Die Technische Universität Berlin hat am 26. Mai 2025 auf Beschluss des Akademischen Senats dem belgischen Shoa-Überlebenden Arthur Langerman die Würde eines Ehrensenators verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Universität sein jahrzehntelanges Engagement gegen Antisemitismus sowie die großzügige Überlassung seiner weltweit einzigartigen Sammlung visueller Antisemitika an die TU Berlin.

Arthur Langermans Eltern sowie zahlreiche weitere Verwandte wurden 1944 nach Auschwitz deportiert, nur seine Mutter kehrte zurück. Er selbst überlebte in mehreren Kinderheimen. Seit über fünfzig Jahren sammelt er judenfeindliche Bilder, um auf deren Wirkungsmacht hinzuweisen und der Verbreitung von Hassbildern entgegenzuwirken.

Die Sammlung, die Langerman in jahrzehntelanger mühevoller und akribischer Arbeit zusammengetragen hat, bildet das Fundament des nach ihm benannten Arthur Langerman Archivs zur Erforschung des visuellen Antisemitismus, das am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin angesiedelt ist. Sie stellt einen einzigartigen Quellenbestand mit mehr als 11.000 Artefakten zur Erforschung historischer und gegenwärtiger Judenfeindschaft dar, dient Bildungs- sowie Ausstellungszwecken und steht für die kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit visuellem Antisemitismus.

Pioniere im Kampf gegen Antisemitismus und für die Demokratie

In ihrer Laudatio sagte Prof’in. Drin. Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung: „Seine Sammlung ist ein unbequemes kulturelles Erbe, aber auch ein zentraler Teil der historischen Verantwortung Deutschlands. Sie verpflichtet uns und hilft uns, die Erinnerung an die Folgen des Judenhasses ebenso lebendig zu halten wie die Wachsamkeit in der Gegenwart. Gleichzeitig stärkt sie durch ihre weltweite Einzigartigkeit auch den Wissenschaftsstandort Berlin. Daß ein Holocaust-Überlebender sein Lebenswerk einer deutschen Universität vermacht, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Sein Geschenk und sein Vertrauen erfüllen uns mit Dankbarkeit und Demut – und dem Wissen um unsere Verantwortung. Denn Arthurs Hoffnung und Auftrag sind eindeutig: ‚Deutschland und Berlin müssen Pioniere sein im Kampf gegen den Antisemitismus und für die Demokratie!‘“

Die Ehrensenatorenwürde überreichte TU-Präsidentin Prof. Dr. Geraldine Rauch.

Eröffnung der Ausstellung #FakeImages – Gefahren von Stereotypen erkennen

Am Vormittag des 26. Mai 2025 eröffnete Lars Oeverdieck, TU-Kanzler und Mitglied im Kuratorium „Arthur Langerman Archive for the Study of Visual Antisemitism Foundation“ (Arthur Langerman Foundation) die Ausstellung #FakeImages – Gefahren von Stereotypen erkennen im Lichthof der TU Berlin. Sie wurde aus den Beständen der Langerman-Sammlung zusammengestellt. Gemeinsam mit Dr. Angelika Königseder, Forschungs- und Projektkoordinatorin des Arthur Langerman Archivs, führte Arthur Langerman durch die vom Museum Kazerne Dossin (Mechelen, Belgien) kuratierte Schau, die nach Stationen u.a. bei den Vereinten Nationen in New York und der Europäischen Kommission in Brüssel erstmals in Deutschland gezeigt wird. Die Ausstellung thematisiert die Wirkung und Funktionsweise antisemitischer Bildpropaganda und richtet sich an eine breite Öffentlichkeit.

Die Ausstellung #FakeImages ist bis voraussichtlich 19. Juli 2025 um den Lichthof des Hauptgebäudes der TU Berlin zu sehen. Eintritt ist frei.
Adresse: TU Berlin, Hauptgebäude, 1. Etage, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Weitere Informationen:
Interview mit Arthur Langerman:
Videointerview mit Arthur Langerman:
Laudatio zur Verleihung der Ehrensenatorwürde von Prof’in. Drin. Stefanie Schüler-Springorum:
Rede der TU-Präsidentin Prof’in Drin. Geraldine Rauch:
Website Arthur Langerman Foundation:

Auf allen Wegen: Nein!

40 days and escalate!

→ CURRENT NUMBER OF FASTERS: 598 (updated May 28) ←

You’re invited to a 40-day fast for Gaza, organized by Veterans For Peace. On May 22, we begin our fasting across the country while demanding:
1) a resumption of humanitarian aid, under UN authority, to Gaza
2) that the U.S. stop arming Israel NOW!

Join us in our work! We imagine two fasting options: a centralized fasting location in NYC where fasters will commit to 250 calories a day, in line with the general caloric intake of Gazans under the ongoing Israeli military blockade, and a dispersed fasting option for folks to join the work from their local context. This action is open to all Gaza allies and people of good conscience who want an end to the genocide in Gaza, veteran or not. Our fast launches as the UN warns the death of 15000 infants is imminent. Join us as we resist this genocide!

Waffenruhe und Humanitäre Hilfe in Gaza JETZT!

Während der vergangenen Tage hat Israel seine Angriffe auf den Gazastreifen verstärkt –
nach elf Wochen der Blockade sämtlicher humanitärer Hilfe für den Gazastreifen. Laut dem
israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu will Israel Zugang für „einen Grundbedarf
an Lebensmitteln für die Bevölkerung“ erlauben, um den Krieg fortführen zu können. Dies
zeigt: Israel hat keinerlei Absicht, die ungesetzliche Instrumentalisierung von Hilfe als
politischen Hebel zu beenden.

Jeden Tag tötet und verwundet die israelische Armee Hunderte von Palästinenser:innen in
Gaza. Die ganze Bevölkerung des Landstreifens hungert, während das Gesundheitssystem
wegen des schwerwiegenden Mangels an Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und
Treibstoff kollabiert. Das Ziel ist, eine ethnische Säuberung durchzuführen.
Israel muss die Angriffe sofort einstellen und jetzt humanitäre Hilfe zulassen!
Der von den USA und Israel formulierte Verteilungsplan beendet in keinster Weise die
eklatante Mangelsituation, die durch die Blockade und großflächigen Angriffe entstanden ist.
Die UNO und andere internationale, in Gaza tätige humanitäre Organisationen haben diesen
Plan kategorisch abgelehnt, weil er nicht einmal grundlegende humanitäre Werte einhält.
Israel hat offen erklärt, dass der Plan dazu dient, seine physische Präsenz in Gaza zu
verstärken und die Zivilbevölkerung zu vertreiben. Die internationale Gemeinschaft darf
Israels Kriegsverbrechen, zu denen vielleicht auch Verbrechen gegen die Menschheit
gehören, nicht mit Schweigen und Untätigkeit hinnehmen.

Wir verlangen erneut die sofortige und bedingungslose Freilassung der Geiseln. Gleichzeitig
muss Israel sofort seine Angriffe stoppen, die Politik der Aushungerung beenden und
Hilfsorganisationen den Zugang zum Gazastreifen öffnen, damit sie ihre Arbeit tun können.

Übersetzung ins Deutsche ©Freunde von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam e.V.. 22.05.2025

Unterzeichner:innen
Academia for Equality
Akevot
B’Tselem
Bimkom
Breaking the Silence
Culture of Solidarity
Combatants for Peace
Emek Shaveh
Gisha, HaMoked – Center for the Defence of the Individual
Ir Amim
Isha L’Isha
Itach Ma’aki
Jahalin Solidarity
Jordan Valley Activists
Looking the Occupation in the Eye
Machsom Watch
Mizrahi Civic Collective
Mothers Against Violence
Neve Shalom / Wahat as-Salam
Other Voice
Osot Democratia
Oz VeShalom
Policy Working Group
Physicians for Human Rights Israel
PsychoActive
Rabbis for Human Rights
The Association for Civil Rights in Israel
The Parents Circle – Families Forum
The School for Peace in Wahat al-Salam Neve Shalom
This is Not an Ulpan
Yesh Din
Your Neighbor As Yoursel
Zazim

Es ‚geht‘ beides!

Eine andere Politik gegenüber den Palästinenser:innen und der gegenwärtigen israelischen Regierung zu fordern und für richtig zu halten, muß kein, darf kein und sollte kein Schlußstrich unter die Verantwortung, die Deutschland und Deutsche aus ihrer Geschichte zu ziehen haben und ziehen sollten, sein …

In diesem Zusammenhang ein interessanter Kommentar von Johannes Schneider, Redakteur im Politischen Feuilleton von DIE ZEIT und ZEIT ONLINE, in der ZEIT vom 26. Mai 2025.

Marcel Ophüls (1927-2025)

Nachruf auf den deutsch-französische Dokumentarfilmer Marcel Ophüls auf tageschau.de / auf Die Zeit

Als Ophüls‘ Meisterwerk gilt „Hotel Terminus“. Für den Dokumentarfilm über den stellvertretenden Gestapo-Chef in Lyon, Klaus Barbie, wurde Ophüls 1989 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Einheit? Unter Druck?

Lesenswerte Überlegungen von Rida Abu Rass auf dem Portal +972mag über „What can the Joint List teach us about building Palestinian political power?“ – Ten years after its formation, this experiment in Palestinian unity inside Israel — and its ultimate collapse — shows the need for carefully cultivated alliances.

Solidarity Sunday June 8, 2025

On Sunday, June 8th, 2025 Churches for Middle East Peace (USA) and its 35 member denominations and communions call upon congregations in the U.S. and worldwide to pray for peace in Gaza and the broader Middle East as part of Solidarity Sunday.

In mid-May, CMEP will provide resources to shape Sunday prayers, worship, liturgy, and other aspects of Solidarity Sunday services, including videos from  voices in the region.

Resources will be ecumenically and politically diverse, allowing each community to shape their Solidarity Sunday around their own traditions and commitments. This day of prayerful solidarity and calls for justice come as we observe the arrival of the Holy Spirit on Pentecost Sunday. 

Clean Shelter

Die Israelin Tom Kellner und die Palästinenserin Seba Abu Daqa im Interview der Frankfurter Rundschau über ihre Unterstützung für die Menschen in Gaza und die gemeinsam gegründete Initiative Clean Shelter.
Das Gespräch führte Sophie Tiedemann.

Die Spenden dieses Abends gehen auch an Clean Shelter …

Noch einmal: JDA

Jerusalem Declaration on Antisemitism /Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus

Die Debatte um die verschiedenen, allesamt in der Wissenschaft diskutierten Definitonen, hat durch den Beschluß des Parteitages der Linken wieder Fahrt aufgenommen. Hier dazu eine

Erklärung von 56 Wissenschaftler:innen,

einen Bericht der Frankfurter Rundschau dazu

und eine Zusammenfassung zu den eigentlichen Dissenspunkten von Peter Ullrich.