Vor 80 Jahren hat die deutsche Waffen-SS fast alle Einwohner:innen des französischen Dorfes Oradour-sur-Glan/Orador de Glana ermordet und den Ort völlig zerstört.
„Unter Umständen, so grausam und unmenschlich, daß sie einem bis heute den Atem nehmen. Männer, Frauen und Kinder wurden erschossen oder lebendig verbrannt. Am Abend des 10. Juni 1944 waren 643 Menschen tot. Das gesamte Dorf stand in Flammen, lag später buchstäblich in Schutt und Asche.“ (Heike Boese, ntv)
Memento!
Zum Besuch des Deutschen Bundespräsidenten am 10. Juni 2024
Zum Hintergrund und zur Einordnung in den Prozeß der deutsch-französischen Aussöhnung siehe etwa: Pękala, U. (Hrsg.). (2019). Ringen um Versöhnung II: Versöhnungsprozesse zwischen Religion, Politik und Gesellschaft (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beihefte, 117). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. https://doi.org/10.13109/9783666105272, besonders S. 80.
Hüte, Haare, Haut – Köpfe in Jerusalem … – Ein Begleiter durch das Jahr 2024 – Mit Photos von Bärbel Doering
Photos: Doering
israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2023
Es ist das neunte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erscheint: Hüte, Haare, Haut – Köpfe in Jerusalem, dieses Thema war schon lange festgelegt …
Was wird dieses Jahr 2024 bereithalten – wir wissen das nie zuvor, wer hätte schon geahnt, welche Katastrophen das Jahr 2023 bereithalten würde?
Zusammen denken und zusammendenken, aus diesem Geist heraus versucht der diAk seit 45 Jahren auf die Region zu schauen, auch auf unsere Verbindungen dorthin. Die tiefen Wunden, welche die Ereignisse des Jahres 2023 geschlagen haben, individuell, aber auch kollektiv, lassen zweifeln, wie eine kooperative Vision für die Region aussehen kann.
Jedoch: Die Vielfalt zu sehen und die Einheit in der Vielfalt zu spüren, bleibt eine entscheidende Voraussetzung … In allen, die das Land kennen, werden bei den Bildern aus und um Jerusalem Assoziationen aufsteigen, Erinnerungen lebendig werden: Es ist so viel der Schönheit der Welt über Jerusalem ausgegossen, sie reicht für alle!
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) fördert das Forschungsprojekt »›Betrieb und Idee‹. Salman Schockens Universum im Jerusalemer Archiv« des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI), Leipzig. Die Förderung ermöglicht, das in (West-)Jerusalem bewahrte »Schocken-Archiv« als transnationalen Wissensspeicher zu befragen. Die Geschichte und Struktur des Archivs eröffnen neue Perspektiven auf das Wirken des Unternehmers, Verlegers und Mäzens Salman Schocken. Die Ergebnisse werden zum Themenjahr »Tacheles« 2026 in Sachsen einer breiteren Öffentlichkeit in Form einer Publikation sowie einer Ausstellung zugänglich gemacht.
Ein quadratisch gestaltetes „S“ zierte bis 1938 die Werbebroschüren der Schocken-Kaufhäuser in Zwickau, Chemnitz und vielen anderen deutschen Städten; ein „ש“ wurde als hebräisches Pendant Ende der 1930er Jahre das Signet des Schocken-Verlags in Jerusalem/Tel Aviv und, wieder als geometrisches „S“, nach 1945 das Erkennungszeichen von Schocken Books New York. „S.“ stehe für „Betrieb und Idee ‚Schocken‘“, konstatierte bereits 1932 der Journalist Hans Siemsen – und legte damit die Fährte, ein Prinzip in der großen Vielfalt der Aktivitäten Salman Schockens zu suchen.
Ausgehend von einem 1907 begründeten Geschäft in Zwickau baute Schocken mit seinem Bruder Simon eine der modernsten Kaufhausketten der Weimarer Republik auf. Er unterstützte Kultureinrichtungen, jüdische Literatur und Forschung, erwarb Bücher, Kunst und Autographen, förderte die Entwicklung der Hebräischen Universität Jerusalem und gründete schließlich 1931/32 mit dem Schocken-Verlag Berlin einen der wichtigsten jüdischen Verlage während des Nationalsozialismus. 1938 brach dieses Leben in Deutschland mit dem erzwungenen Verkauf des Konzerns und der Abwicklung des Verlags ab – und setzte sich in Jerusalem und New York unter völlig anderen Bedingungen fort.
Teilansichten der letzten Bauten des Schocken-Konzerns (ca. 1930) – Schocken Archive, JTS Schocken Institute for Jewish Research, Jerusalem
Das Archiv, das all dies dokumentiert, rettete Schocken nach Jerusalem. Es bildet heute einen der bedeutendsten und umfangreichsten erhaltenen Archivbestände zur jüdischen Geschichte Deutschlands, speziell Sachsens vor 1945 und ihrer Weiterentwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Schockens Wirken zeichnete sich durch enge Verbindungen zwischen einzelnen Tätigkeitsfeldern aus, d.h. durch das Zusammendenken von Ökonomie, Sozialem, Kunst und Literatur. Das DI wird diesen Zusammenhang mit der Forschungsstelle Judentum der Universität Leipzig entlang der Geschichte und der Wissensordnungen des translozierten Archivs herausarbeiten.
Das Projekt basiert auf einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Dubnow-Institut, dem JTS Schocken Institute for Jewish Reseach und der Familie Schocken.
Fathi Nimer schreibt auf der Seite von Al-Shabaka -The Palestinian Policy Network über palästinensische Politik und Politik mit den Palästinenser:innen – eine scharfe und gänzlich andere Sicht der Dinge, als im Beitrag I zum Thema.
Noch ist die Stadt nicht so gefüllt, wie bei den nationalistischen Flaggenumzügen in der Stadt, aber die Religionen in der Stadt und im Land und ihre Vertreter:innen müssen noch lernen, was beten auf der Straße heißt …
„Für Frieden und Menschenrechte sind am Montag [3. Juni 2024] mehrere hundert Menschen verschiedener Religionen durch Jerusalem gezogen. Die Initiative der Rabbiner für Menschenrechte ist auch eine Gegenveranstaltung zum israelisch-nationalistischen Flaggenumzug rechter Organisatoren am Mittwoch. „
Schon am 18. Mai ist die langjährige Knessetabgeordnete (1993-2002) gestorben, zuletzt war sie für Meretz Mitglied im Stadtrat von Tel Aviv. Sie entstammte dem, was gemeinhin als der ‚zionistische Adel‘ des alten, ehemaligen (Labour-zionistischen) Israel galt. Mit ihr ist eine große Menschenrechtsaktivisten gegangen, die immer die Rechte der Frauen und der LGBTQ-Gemeinde im Blick hatte.
Zuletzt widmete ihr Noah Efron am 27. Mai 2024 einen langen Nachruf in der Times of Israel.
ToI, 18. Mai 2024 | Haaretz (Ofer Aderet), 18. Mai 2024 (Hinter der Paywall)
[Wir bedauern, nicht früher auf ihren Tod hingewiesen zu haben]