Meron Mendel und Saba-Nur Cheema

Vortrag | „Nach dem 7. Oktober: Antisemitismus, Rassismus und die deutsche Debatte“

29. Januar 2024 | 10:00 s.t. – 12:30

Das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und die militärische Reaktion Israels haben weltweit für emotionale und verbitterte Debatten gesorgt. Auch in Deutschland äußern sich bereits bestehende Konfliktlinien in einer neuartigen Vehemenz: auf der einen Seite das Bekenntnis zum Staat Israel aufgrund der deutschen Geschichte. Auf der anderen Seite wird Israel als „Kolonialstaat“ delegitimiert. Der Konflikt äußert sich auf den Straßen, in sozialen Medien und in Hörsälen. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, warum der Nahostkonflikt so viel Emotionalität und Aggressivität hervorbringt und zeichnet Möglichkeiten auf, wie die Debatte differenzierter geführt werden kann.

Freie Universität Berlin lädt alle Interessierten herzlich zu diesem Vortrag ein. 

Aufzeichnung der Lesung „Geheimplan gegen Deutschland“

Kalender 2024 – Januar

Photos: Doering

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2023

Es ist das neunte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erscheint: Hüte, Haare, Haut – Köpfe in Jerusalem, dieses Thema war schon lange festgelegt …

Was wird dieses Jahr 2024 bereithalten – wir wissen das nie zuvor, wer hätte schon geahnt, welche Katastrophen das Jahr 2023 bereithalten würde?

Zusammen denken und zusammendenken, aus diesem Geist heraus versucht der diAk seit 45 Jahren auf die Region zu schauen, auch auf unsere Verbindungen dorthin. Die tiefen Wunden, welche die Ereignisse des Jahres 2023 geschlagen haben, individuell, aber auch kollektiv, lassen zweifeln, wie eine kooperative Vision für die Region aussehen kann.

Jedoch: Die Vielfalt zu sehen und die Einheit in der Vielfalt zu spüren, bleibt eine entscheidende Voraussetzung … In allen, die das Land kennen, werden bei den Bildern aus und um Jerusalem Assoziationen aufsteigen, Erinnerungen lebendig werden: Es ist so viel der Schönheit der Welt über Jerusalem ausgegossen, sie reicht für alle!

Hüte, Haare, Haut – Köpfe in Jerusalem … (2024)

Kalender 2024


Christoph Menke im Gespräch

Harry Nutt im Gespräch mit dem Philosophen Christoph Menke (In: Berliner  Zeitung„) 

„Philosoph: Mit Klauseln lässt sich Antisemitismus nicht bekämpfen“

Vergleiche mit der McCarthy-Zeit treffen nicht zu. Aber es besteht die Gefahr, Probleme durch staatliche Überwachung lösen zu wollen.

Aus dem Gespräch:

„Ich halte das für einen falschen Versuch, Antisemitismus zu bekämpfen. Allein die Absicht, hier mit nur einer Definition des Antisemitismus arbeiten zu können und diese staatlicherseits verpflichtend zu machen, ist kontraproduktiv. Man sieht das bei der Frage nach dem Verhältnis von Israelkritik und Antisemitismus. Wie jetzt mit Formeln wie „israelbezogener Antisemitismus“ die Grenze zwischen beidem verwischt wird, zeigt eine Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs zu anderen Zwecken.“

Unterwegs in Deutschland

Vom 16. Januar bis zum 15, Februar sind Vertreter der Combatants for Peace in Deutschland unterwegs, um über ihr Engagement und ihre Sichtweisen zu sprechen. Das aktuelle Programm der Vortragstour findet sich hier. (Die Liste wird nach Angaben der Organisatoren laufend aktualisiert.

Krisenzeiten sind Hochzeiten für …

Verschwörungsphantasmen aller Art. In unserer Gegend sollten wir nicht vergessen, woher sie kommen…

Ein Beitrag von Friederike Henjes auf dem Portal Die Eule faßt die Entwicklungen noch einmal zusammen: Über die christlichen Ursprünge antisemitischer Verschwörungstheorien

Palästinenser:innen in der Westbank

Das Internetportal Qantara hat kürzlich einen Beitrag von Andrea Backhaus gebracht, der auf die Stimmung und die politische Lage in der Westbak schaut. Der Diskurs dort ist weit weg von dem, der in Deutschland geführt wird und er wird hierzulande wenig wahrgenommen. Der lesenswerte Beitrag endet mit: „Wir brauchen die Hamas nicht“, sagt Yahya. „Wir brauchen nur jemanden, der uns unsere Würde zurückgibt.“

Screenshot qantara

Wie sehen andere …

Nachdem die Bunderegierung ihre Absicht publik gemacht hat in Den Haag im Sinne Israels gegen die Klage Südafrika aufzutreten, hat der Präsident Namibias, Hage Geingob, sich dazu äußerst kritisch geäußert:

“Germany cannot morally express commitment to the United Nations Convention against genocide, including atonement for the genocide in Namibia, whilst supporting the equivalent of a holocaust and genocide in Gaza,” the Presidency remarked in the media statement.

Ein Bericht dazu aus der namibischen Seite The Namibian. Diese Nachricht hat inzwischen von den Arab News bis zu iranischen Seiten, von Al-Jazeera bis Electronik Intifada weite Aufnahme gefunden, keine deutsche Presse hat es bislang (So. 14.1., Nachtrag 18:00: taz (Hier der Link Ausgabe 15. Januar 2024) und Welt haben die Nachricht inzwischen aufgegriffen), ein sprechendes Beispiel dafür, wie der Konflikt unterschiedlich gesehen und gedeutet wird, weit über die israelisch-palästinensische Konfrontation hinaus.

Screensho The Namibian

Ein Blick zurück…

Auch wenn das Feature schon etwas älter ist, manchmal lohnt es sich auch in Dinge noch mal reinzuhören und sie mit dem aktuellen Ohr zu hören: Lange Nacht zu Amos Gitai vom DFKultur


Südafrika versus Israel

Der Prozeß vor dem Internationalen Gerichtshof hat mit den Statements von Südafrika (Über die Vereinten Nationen auf Youtube) und der Antwort Israel (Hier der Link dazu) begonnen.

In Den Haag wird vor dem International Court of Justice verhandelt, was die Republik Südafrika vor das Gericht gebracht hat: Wie ist zu bewerten, was Israel im Rahmen seiner Selbstverteidigung im Gazastreiifen tut. Genozid für die einen, Selbstschutz für die anderen.
(Unterschiedlicher als an diesen beiden Tage vor Gericht kann der Konflikt kaum präseniert werden).

Die Meinungen gehen weit auseinander, unabhängig davon, ob man:frau einen sofortigen Waffenstillstand für angezeigt hält oder nicht. Eine Ende der Besatzung wäre jedenfalls allen Menschen zu wünschen, nur dann könnte Gerechtigkeit werden.

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Bemerkeswert mit welcher Position sich die Bundesregierung in das Verfahren einmischt und ziemlich offen das Gericht angeht: