Seit über hundert Jahren – Eine der größten ökumenischen Bewegungen der Welt bringt jeweils am 1. Freitag des Monats März Menschen unter dem Gedanken „Informiert Beten“ zusammen. Nach 1994 ist auch 2024 wieder das palästinensische Komitee mit der Erarbeitung der Liturgie beaufragt worden.
Jetzt entscheidet das „Deutsche Komitee“ anders und „für die Schwestern“ …
Hier die Stellungnahme des Berliner Jerusalemsvereins:
Es ist der Internationale Tag der Menschenrechte, seit 1950 erinnert er an die Verkündigung der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen.
Gerade in Zeiten des Krieges, in Zeiten, in denen weiterhin Menschen als Geiseln gehalten werden, in denen Bombadierungen und Gewalt weitergehen, darf der Kampf für die Achtung der Würde jedes/jeder Einzelnen nicht aufhören, das gilt auch für die politischen und Gruppenrechte…
Zwei Erinnerungen an diesem Abend dazu:
Das Editorial von Haaretz erinnert an die Fragilität der Demokratie auch in Israel und in der taz schreibt in einem Gastkommentar Prof. Elad Lapidot über „Protest und Kritik zu verbieten hilft niemandem, denn Juden und Palästinenser ziehen am selben Strang. Solidarität mit den Palästinensern ist notwendig“.
Schon am 25. September 2023 ist bekannte palästinensische Künstler Ibrahim Hazimeh gestorben: ein warmherziger Menschenfreund und Brückenbauer zwischen Deutschland und Palästina sowie zwischen europäisch/deutscher und arabisch/palästinensischer Kultur.
1933 in Acco (Palästina) geboren, wurden er und seine Familie 1948 nach Latakia (Syrien) vertrieben. 1960 ging er dann zum Studium an der Hochschule für Graphik und Buchkunst nach Leipzig, zwischen 1963 und 1967 absolvierter er ein Graduiertenstudium Bernhard Heisig in Leipzig. 1974 schließlich zog Hazimeh ins damalige Berlin (W).
Eine seiner Schöpfungen auf einer palästinensischen Briefmarke (2000)
Chanukka, zweiter Abend, … Hochfest Mariä Empfängnis – und zugleich wird in Gaza gekämpft, werden weiter Raketen geschossen …
Wer wünscht sich derzeit nicht Geschichten, die Hoffnung im Nahostkonflikt machen, auch für unser Zusammenleben hier in Deutschland? Genau die bringt heute das Kulturmagazin Aspekte (ZDF) für die Norbert Kron gerade in Israel und im Westjordanland war… Er schriebt dazu „Für mich, dem das Land und die Menschen dort nach vielen Besuchen persönlich so am Herzen liegt, war diese Drehreise eines der bedeutendsten Erlebnisse meiner journalistischen Arbeit überhaupt. Nach 4 Jahren konnte ich nicht nur meine Freunde in dieser angespannten Zeit wiedersehen, sondern unglaublich engagierte Menschen treffen, die sich gegen die Konfrontation zwischen Israelis und Palästinensern stemmen und Versöhnungsgesten gerade jetzt weiter vorantreiben. Wie die ‚Combatants for Peace‘, ehemalige Soldaten und militante Aufständische, die die Waffen weggeworfen haben und die ich bei ihrem Treffen in Beit Jalla begleiten durfte. Dies und noch viele andere starke Brückenbauer, auch hier in Deutschland, heute im TV & ab 21 Uhr online.“
Was eigentlich „im Hintergrund“ geschieht, bleibt oft naürlich unbeleuchtet, hier einmal etwas an Information über die Chancen und Grenzen der Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes: Fabrizio Carboni, IKRK-Regionaldirektor für den Nahen Osten im Gespräch:
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Ein aktuelles Interview mit Robert Mardini, ICRC’s director general, mit den (saudischen) Arab News.
Advent, Channuka bald … zwischen Traumata und weiterer Gewalt – und kein Ende in Sicht … so sieht es an diesem Tag der Generalsekretär der Vereinten Nationen:
His Excellency Mr. José Javier de la Gasca Lopez Domínguez President of the Security Council New York
Dear Mr. President,
I am writing under Article 99 of the United Nations Charter to bring to the attention of the Security Council a matter which, in my opinion, may aggravate existing threats to the maintenance of international peace and security.
More than eight weeks of hostilities in Gaza and Israel have created appalling human suffering, physical destruction and collective trauma across Israel and the Occupied Palestinian Territory.
More than 1,200 people were brutally killed, including 33 children, and thousands were injured in the abhorrent acts of terror by Hamas and other Palestinian armed groups on 7 October 2023, which I have repeatedly condemned. Some 250 people were abducted, including 34 children, more than 130 of whom are still captive. They must be immediately and unconditionally released. Accounts of sexual violence during the attacks are appalling.
Civilians throughout Gaza face grave danger. Since the start of Israel’s military operation, more than 15,000 people have reportedly been killed, over 40 per cent of whom were children. Thousands of others have been injured. More than half of all homes have been destroyed. Some 80 per cent of the population of 2.2 million has been forcibly displaced, into increasingly smaller areas. More than 1.1 million people have sought refuge in UNRWA facilities across Gaza, creating overcrowded, undignified, and unhygienic conditions. Others have nowhere to shelter and find themselves on the street. Explosive remnants of war are rendering areas uninhabitable. There is no effective protection of civilians.
The health care system in Gaza is collapsing. Hospitals have turned into battlegrounds. Only 14 hospitals out of 36 facilities are even partially functional. The two major hospitals in south Gaza are operating at three times their bed capacity and are running out of basic supplies and fuel. They are also sheltering thousands of displaced persons. Under these circumstances, more people will die untreated in the coming days and weeks.
Nowhere is safe in Gaza.
Amid constant bombardment by the Israel Defense Forces, and without shelter or the essentials to survive, I expect public order to completely break down soon due to the desperate conditions, rendering even limited humanitarian assistance impossible. An even worse situation could unfold, including epidemic diseases and increased pressure for mass displacement into neighbouring countries.
In Resolution 2712 (2023), the Security Council “calls for the scaling up of the provision of such supplies to meet the humanitarian needs of the civilian population, especially children.”
The current conditions are making it impossible for meaningful humanitarian operations to be conducted. We are, nevertheless, preparing options for monitoring the implementation of the resolution, even if we recognize that in the present circumstances, that is untenable.
While delivery of supplies through Rafah continues, quantities are insufficient and have dropped since the pause came to an end. We are simply unable to reach those in need inside Gaza. The capacity of the United Nations and its humanitarian partners has been decimated by supply shortages, lack of fuel, interrupted communications, and growing insecurity. Humanitarian personnel have joined the vast majority of Gazan civilians in evacuating to south Gaza ahead of advancing military operations. At least 130 UNRWA colleagues have been killed, many with their families.
We are facing a severe risk of collapse of the humanitarian system. The situation is fast deteriorating into a catastrophe with potentially irreversible implications for Palestinians as a whole and for peace and security in the region. Such an outcome must be avoided at all cost.
The international community has a responsibility to use all its influence to prevent further escalation and end this crisis. I urge the members of the Security Council to press to avert a humanitarian catastrophe. I reiterate my appeal for a humanitarian ceasefire to be declared. This is urgent. The civilian population must be spared from greater harm. With a humanitarian ceasefire, the means of survival can be restored, and humanitarian assistance can be delivered in a safe and timely manner across the Gaza Strip.
Please accept, Mr. President, the assurances of my highest consideration.
Während wir hierzulande einigermaßen hilflos in die Region schauen und damit ringen, Empathie weiter möglich sein zu lassen, geht die Debatte, was die Ereignisse und ihr Umfeld mit „uns“ und unser „“Erinnerungskultur“ zu tun hat, ebenso unvermindert weiter …
Ein streitbarer und lesenswerter Beitrag von May Czollek (im Gespräch mit Paul Gäbler) in der Frankfurter Rundschau.
Während die Kämpfe in Gaza weitergehen – und mehr als 1,5 Millionen Menschen von einer Ecke des Gazastreifens sich in eine andere Ecke in Sicherheit bringen – sollen …
Der GIGA Focus Middle East beleuchtet die euro-arabischen Beziehungen und wirft dabei auch einen Blick auf die Haltung der Arabischen Liga zum Gaza-Konflikt
Wir werden in den nächste Monaten sehen, was der 7. Oktober wohin verändert hat / verändern wird – auf allen Seiten, vielleicht sind dabei auch konstruktive Veränderungen.
Mansour Abbas, der in (und mit) der letzten israelischen Regierung bereit war, einen offen kooperativen Weg zu gehen, hat jetzt im innerisraelischen Diskurs dafür geworben, daß die palästinensischen Fraktionen einsehen, daß ihr bewaffneter Kampf nie zum Erfolg geführt hat und sie die Waffen niederlegen sollten, um mit der PA einen palästinensischen Staat aufzubauen.
Hier das Interview, das Abbas CNN (Werbung vor dem Interview) gegeben hat, dann der Bericht in der Times of Israel darüber, der es dann sogar zu einem Bericht im Berliner Tagesspiegel (eigentlich auch nicht so überraschend beim TS) geschafft hat.