Palestinian Open Letter

Auf Initiative von Dana El-Kurd, Assistant Professor of Political Science (University of Richmond, Virginia USA) haben sich eine Anzahl palästininensischer Akademiker:innen und Intellektueller, die meisten davon im Exil, scharf ablehnend zu den jüngsten Aussagen von Mahmoud Abbas geäußert:

„We the undersigned, Palestinian academics, writers, artists, activists, and people of all walks of life, unequivocally condemn the morally and politically reprehensible comments made by President of the Palestinian Authority Mahmoud Abbas about the Holocaust.

Rooted in a racial theory widespread in European culture and science at the time, the Nazi genocide of the Jewish people was born of antisemitism, fascism, and racism. We adamantly reject any attempt to diminish, misrepresent, or justify antisemitism, Nazi crimes against humanity, or historical revisionism vis-a-vis the Holocaust. 

The Palestinian people are sufficiently burdened by Israeli settler colonialism, dispossession, occupation, and oppression without having to bear the negative effect of such ignorant and profoundly antisemitic narratives perpetuated by those who claim to speak in our name.

We are also burdened by the PA’s increasingly authoritarian and draconian rule, which disproportionately impacts those living under occupation. Having held onto power nearly a decade and a half after his presidential mandate expired in 2009, supported by Western and pro-Israel forces seeking to perpetuate Israeli apartheid, Abbas and his political entourage have forfeited any claim to represent the Palestinian people and our struggle for justice, freedom, and equality, a struggle that stands against all forms of systemic racism and oppression.“

Rashid Khalidi — Sherene Seikaly — Tareq Baconi — Muhammad Ali Khalidi — Zaha Hassan — Noura Erakat — Raja Shehadeh — Isabella Hammad — Lana Tatour — Nadia Abu El-Haj — Bashir Abu-Manneh — Annemarie Jacir — Raef Zreik — Leena Dallasheh — Lila Abu Lughod — Kareem Rabie — Mezna Qato — Amahl Bishara —  Dana El Kurd — Nadia Hijab — Samera Esmeir — Ahmad Samih Khalidi — Abdel Razzaq Takriti — Maha Nassar — Nadera Shalhoub-Kevorkian — Huwaida Arraf — Rosemary Sayigh  — Areej Sabbagh-Khoury — Tamara Ben-Halim — Yezid Sayigh — Jumana Manna — Nadim Bawalsa — Yousef Munayyer — Omar Qattan — Ismail Nashef — Nu’man Kanfani — Himmat Zoubi — Shahd Hammouri — Hamzé Attar — Hana Sleiman — Haithem El-Zabri — Samir Sinijlawi — Mussa’ab Bashir — Sam Bahour — Huda Al Imam — Bashir Bashir — Joey Ayoub — Michel Khleifi — Layth Malhis — Abdalhadi Alijla — Anis Mohsen — Karam Dana — Omar Dajani — Ubai Aboudi — Issam Nassar — Bassam Massarwa — Zaina Arekat — Bahaa Shahera Rauf — May Seikaly — Jerry Jareer Khoury — Rania Madi — Wesam Ahmad — Refaat Alareer — Omar Jabary Salamanca — Mona Hewaydi — Y. L. Al-Sheikh — Yasmeen Hamdan — Emilio Dabed — Ines Abdel Razek — Basheer Karkabi — Majed Abusalama — Leila Farsakh — Yazan Khalili — Moien Odeh — Hilary Rantisi — Tariq Raouf — Aimee Shalan — Nadia Khalilieh — Linda Kateeb — Samer Abdelnour — Bassam Dally — Zahi Khamis — Sami Jiries — Razzan Quran — Nour Salman — Diala Shamas — Jamal Rayyis — Izzeddin Araj — Tarek Ismail — Susan Muaddi Darraj — Basman Derawi — Rawan Arraf — Asad Ghanem — Assad Abdi — Umayyah Cable — Fahad Ali — Samar Dahleh — Ayman Nijim — Jumana Musa — Miryam Rashid — Helga Tawil-Souri — Leila Shahid — Leena Barakat — Nadia Saah — Hana Masud — Asma Al-Naser

Online unter: https://sites.google.com/view/palestinianopenletter/home?authuser=1

Bericht in Haaretz | Bericht in der Times of Israel.

Redaktioneller Hinweis:
Versehentlich wurde in der ersten Aussendung eine noch unkorrigierte Fassung verschickt, wir Bedauern diesen Fehler.

10. September 1923

Avnery war ein israelischer Journalist, Friedensaktivist, immer zusammen mi seiner Frau Rahel (1932-2011) sowie Schriftsteller und Politiker, in drei Legislaturperioden (1965–1974 und 1979–1981) war er Mitglied der Knesset, des israelischen Parlaments.

1993 gründete Avnery mit anderen zusammen die israelische Friedensinitiative Gush Shalom, die im Jahr 2001 mit dem Right Livelihood Award (dem sog. alternativen Nobelpreis) ausgezeichnet wurde.

Aus einer Rede im Jahr 2002 (Carl-von-Ossietzky-Preisträger):

„Seit mehr als 50 Jahren setze ich mich für eine Friedenslösung ein, die das Recht beider Seiten auf Freiheit, Selbstständigkeit und Gerechtigkeit berücksichtigt. Natürlich besteht keine Symmetrie zwischen den beiden Seiten – wir sind die Besetzer, sie sind die Besetzten, wir haben eine gewaltige Übermacht, sie haben die Hartnäckigkeit eines bedrohten Volkes. Aber so viel Blut auch fließt, so viel abscheuliche Dinge auch passieren, wie gerade jetzt in Dschenin, am Ende werden unsere beiden Völker in diesem kleinen Lande nebeneinander und zusammen leben müssen, weil jede andere Lösung zu schrecklich ist, um auch nur an sie zu denken.“

(Quelle: AphorismA-Archiv, Herkunft unbekannt, wird gerne nachgetragen)

Was verändert sich in der Region, die wir Nahen Osten nennen?

Marcus Schneider (Beirut, FES-Regionalprojekt für Frieden und Sicherheit im Mittleren Osten) analysiert auf ipg-journal.de die Entwicklungen, die sich mit der Neuaufstellung/Erweiterung der BRICS Kooperation verbinden.

Erinnerung: Quadratur des Dreiecks

Ort: Liane 1 – Karl Marx-Straße 17 (Berlin-Neukölln)
LIANE befindet sich im zweiten Hinterhof, 2. OG (ohne Aufzug)

Zwischen Polarisierung und Polemik

Die Diskussionen in Deutschland zu Israel und Palästina driften viel zu häufig in extreme oder polemische Positionen ab. Betroffene, insbesondere Palästinenser*innen, kommen kaum zu Wort oder werden delegitimiert und teils kriminalisiert. Auch progressive israelische Stimmen haben es zunehmend schwerer, insbesondere seit der Wahl der aktuellen israelischen Regierung.
Wie beeinflussen die Entwicklungen in Palästina und Israel die Debatten in Deutschland?
Oder ist das Verhältnis zu Israel für Teile der deutschen Gesellschaft vor allem eine Projektionsfläche? 

Was bedeutet das für den diAk

Als diAk wollen wir uns die Frage stellen, was die Entwicklungen der letzten Jahre für uns bedeuten?
Wo und wie können wir aktiv sein und etwas zu den Debatten beitragen?
Welche Rolle können wir in Deutschland spielen und mit wem wollen wir zusammenarbeiten.

Zur dieser Gesprächs- und Austauschrunde, zu einer Art von offener Konsultation lädt der diAk am
10. September 2023 ein.

Es handelt sich um eine Annexion

Ein kleines Zitat:
Welches Interesse verfolgen die Siedler in Ihren Augen denn mit dem Justizcoup?

Sie brauchen ihn. Sie müssen das Oberste Gericht beseitigen, weil es ihrer Umgestaltung Israels zu einem exklusiv jüdischen Land im Weg steht. Gleichzeitig gibt es zum ersten Mal seit der Ermordung des damaligen israelischen Premiers Rabin heute einen wachsenden Teil der israelischen Bevölkerung, der sagt: ‚Wir wollen kein religiöses Land. Wir wollen keinen Apartheidstaat. Wir wollen keinen endlosen Krieg.‘ Sie begreifen, dass sie nicht länger nur zuschauen können.“

Ein Stadtspaziergang durch/in Berlin

Zur Geschichte und Gegenwart des Konflikts um Israel / Palästina

Auf diesem Stadtspaziergang mit Martin Forberg möchte ich sowohl palästinensische als auch israelische, sowohl israelische als auch palästinensische Perspektiven vorstellen. In diesem Sinn ist er von einem binationalen Ansatz getragen. Es geht dabei auch darum, was heute für die Menschenrechte aller in Israel/Palästina getan werden kann. Und wie in einer Stadt wie Berlin zugleich allen Formen von Rassismus entgegen getreten werden kann – Antisemitismus und anderen Ausprägungen.

Ecke Jerusalemer Straße / M-Straße (Mohrenstraße, zukünftige Anton-Wilhelm-Amo-Straße) 37, 10117 Berlin. Vor der Fassade am Bundesjustizministerium mit dem Zitat von Albert Einstein

(Wenn es sich um Wahrheit und Gerechtigkeit handelt, gibt es nicht die Unterscheidung zwischen kleinen und großen Problemen”)

Weitere Termine: 1. Oktober 2023, 5. November, 3. Dezember 2023, jeweils 15 bis 17 Uhr  

Teilnahmebeitrag: „13 €, ermäßigt 10 €.
Infos unter: martin.forberg@web.de.

Vor 75 Jahren, am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel ausgerufen. In diesem Datum spiegeln sich mehrere Entwicklungen von unterschiedlicher Dramatik.

Auf die Gründung des Staates Israel warf erstens der nazideutsche Völkermord an den Jüdinnen und Juden Europas (und auch Nordafrikas) seinen Schatten.

Zweitens war diese Staatsgründung mit der Vertreibung und Flucht von 700 000 Palästinenser:innen verbunden. Für diese Vertreibung wurde schon in den 1950er Jahren der Begriff „Nakba“ (Arabisch für „Katastrophe“) geprägt. Sie wurde von palästinensischen und israelischen Historiker:innen bereits seit den 1950ern und besonders in den 1980ern untersucht, so etwa von den „Neuen Historiker:innen“ in Israel, wie Simha Flapan, Benny Morris, Avi Shlaim, Tom Segev und Ilan Pappe.

Drittens waren die Ereignisse um das Jahr 1948 von einem Krieg zwischen den benachbarten arabischen Staaten und Israel geprägt: die Armeen dieser Staaten griffen den jungen Staat Israel an. Der palästinensische Historiker Walid Khalidi hat schon in den 1950ern die These vertreten, daß der „Palästina-Krieg“, oder „Unabhängigkeitkrieg“ (letztlich zwischen 1947 und 1949) aus zwei getrennten Kriegen bestanden habe.

Viertens kann die Nakba zusammen mit dem Schicksal arabischer Jüd:innen zwischen 1941 und den 1960ern betrachtet werden: es gab in diesem Zeitraum u.a. Pogrome in verschiedenen arabischen Ländern, Vertreibungen und ebenfalls Entscheidungen von arabischen Jüd:innen für eine Auswanderung oder Aktionen der israelischen Regierung, die dies bezweckten.

Das Leid der von verschiedenen Formen des Nationalismus Betroffenen sollte aber nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Und fünftens ist die aktuelle Situation in Israel/Palästina von großer Bedeutung und Dringlichkeit:

Allein 2023 ist eine enorme Zuspitzung mit Opfern auf beiden Seiten – zahlenmäßig besonders bei Palästinenser:innen – festzustellen. Demokratische und rechtsstaatliche Strukturen in Israel werden durch die rechteste Regierung, die es je in Israel gab, gefährdet. Viele Israelis demonstrieren derzeitig dagegen. Zugleich verschärft diese Regierung die Siedlungs- und Verdrängungpolitik in den seit 1967 besetzten Gebieten Westjordanland und Ost-Jerusalem. Auch deshalb ist die These von einer Fortsetzung der Nakba leider kein Hirngespinst.

Frag nach!

Die Ausstellung

Zeitzeug*innenberichte sind unersetzliche Quellen. Sie schaffen einen unmittelbaren Zugang zur Geschichte. Sie lassen uns verstehen, was in der Vergangenheit geschah und sensibilisieren uns für das, was heute geschieht. Bald wird es keine Zeitzeug*innen mehr geben, die ihre Erfahrungen mit uns teilen können. Wird das unseren Blick auf Geschichte verändern? Wie können wir die Berichte der Zeitzeug*innen bewahren?

In enger Zusammenarbeit mit dem Zeitzeugen Kurt S. Maier und der Zeitzeugin Inge Auerbacher sind im Deutschen Exilarchiv 1933-1945 zwei digitale interaktive Interviews entstanden, die sich mit den Erfahrungen antisemitischer Verfolgung sowie des Exils nach 1933 beschäftigen.

Israel zu unterstützen bedeutet, …

Ein Interview von Bauke Baumann, Referent der Heinrich-Böll-Stiftung für den Nahen Osten, mit Frances Raday, Professorin für Recht und Präsidentin des Concord Research Center for Integration of International Law in Israel an der Haim Striks School of Law.

Das vergessene Schicksal der NS-Zwangsarbeiter:innen

Nina Werkhäuser und Luisa von Richthofen geben einen Überblick über den aktuellen Stand in der deutschen Debatte – und warum dieses Erinnern erst so spät begonnen hat. Besonders interessant der Hinweis auf die Arbeit des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeitsarbeit.

„An jeder Ecke ein Lager
Am Beispiel der damaligen Reichshauptstadt Berlin lässt sich besonders gut illustrieren, welches enorme Ausmaß der Einsatz von Zwangsarbeitern hatte. Berlin war nicht nur die Machtzentrale der Nationalsozialisten, sondern auch Standort großer Rüstungs- und Industriebetriebe. Diese hatten einen hohen Bedarf an Arbeitskräften, zumal viele deutsche Männer an der Front und somit nicht verfügbar waren.
Allein in Berlin wurde etwa eine halbe Million Männer, Frauen und sogar Kinder zur Arbeit gezwungen. „Zwangsarbeiter waren überall in Berlin“, erklärt der Historiker Roland Borchers, der am Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit forscht. „

„Jede Markierung steht für ein ehemaliges Zwangsarbeiter-Lager im Berliner Stadtteil Kreuzberg. In der Datenbank können Nutzer nach bestimmten Straßen im heutigen Berlin suchen und sich nähere Informationen zu ehemaligen Lager-Standorten anzeigen lassen.“

Wolfgang Benz in der FR