Die beiden Orte Filetto di Camarda in den Abruzzen und Pöcking am Starnberger See verbindet auf den ersten Blick gar nichts. Gäbe es da nicht eine alte Wunde, die eine gegen das Völkerrecht verstoßende Handlung in Italien hinterlassen hat.
Ein Bericht von Christoph Renzikowski/KNA, zu finden auf der Seite des Paulinus.
wo man:frau mit dem Zug von Istanbul nach Riad oder Jiddah fahren kann und einen Abstecher nach Beirut und Haifa macht …
Die ([ver]öffentlichten) Debatten um eine mögliche Annäherung zwischen Israel und Saudi Arabien im Rahmen der sog. ‚Abraham Accords‘ nehmen zu, zwischen Washington, Tel Aviv und Riad reisen die Emmissäre – mit welchem Ergebnis auch immer, auch für Palästinenser:innen…
Hier ein Beitrag von Dana El Kurd zum Thema auf der Plattform +972mag.
Die Religion muß nicht im babylonischen Gefängnis des / eines rechten Nationalismus‘ stecken, auch nicht in Israel – Eine Podcastfolge des New Israel Fund: Ground Report und Mikhael Manekin
This week’s guest is Mikhael Manekin. Mikhael is an anti-occupation activist, Director of the Alliance Fellowship, and an Orthodox religious Jew living in Jerusalem. The narrative around the fight for Israel’s values – within the Jewish community – is often told as one with a stark divide: where “Secular Left” faces off against “Religious Right“. And it’s true that, oftentimes religious observance and right wing politics in Israel do go hand in hand. But Mikhael challenges that narrative. In this episode, we talk to Mikael about how the religious community fits into the struggle to end the occupation, the struggle for peace, equality, and justice.
[….] „Es hilft auch nicht, sich hinter Aussagen von Juden/Jüdinnen zu verstecken. Zu glauben, nur Juden dürften Israels Politik kritisieren, wäre seltsam identitär. Und um zu erahnen, wie die Ku-Klux-Klan-Gestalten in Netanjahus Koalition die humanistischen Traditionen des Judentums beleidigen, muss ich nicht Jüdin sein. So wie es der Aufklärung dienen kann, gegen reaktionären Islamismus progressive muslimische Stimmen zu zitieren, lassen sich gegen den Ethnonationalismus jüdische Antipoden anführen. Doch enthebt einen dies eben nicht davon, eine eigene Position zu beziehen. Die sollte, vom Deutschen aus, stets die Geschichte im Blick haben, auch den heutigen Antisemitismus. Gleichgültigkeit und Wegsehen lassen sich indes nicht mit dem Holocaust begründen.“
Nachtrag am 21. August 2023
Beitrag von Wolfgang Iro in der Frankfurter Rundschau: Die Diskussionskultur hierzulande über Antisemitismus verweigert sich der Realität in Israel und den besetzten Gebieten.
„Elephant in the Room“ – so lautet der Titel eines Manifests, das aus den USA kommt. Aktuell (17.8.23) haben 1.719 überwiegend jüdische Wissenschafter:innen sich der Erklärung angeschlossen.
The Elephant in the Room
We, academics and other public figures from Israel/Palestine and abroad, call attention to the direct link between Israel’s recent attack on the judiciary and its illegal occupation of millions of Palestinians in the Occupied Palestinian Territories. Palestinian people lack almost all basic rights, including the right to vote and protest. They face constant violence: this year alone, Israeli forces have killed over 190 Palestinians in the West Bank and Gaza and demolished over 590 structures. Settler vigilantes burn, loot, and kill with impunity.
Without equal rights for all, whether in one state, two states, or in some other political framework, there is always a danger of dictatorship. There cannot be democracy for Jews in Israel as long as Palestinians live under a regime of apartheid, as Israeli legal experts have described it. Indeed, the ultimate purpose of the judicial overhaul is to tighten restrictions on Gaza, deprive Palestinians of equal rights both beyond the Green Line and within it, annex more land, and ethnically cleanse all territories under Israeli rule of their Palestinian population. The problems did not start with the current radical government: Jewish supremacism has been growing for years and was enshrined in law by the 2018 Nation State Law.
American Jews have long been at the forefront of social justice causes, from racial equality to abortion rights, but have paid insufficient attention to the elephant in the room: Israel’s long-standing occupation that, we repeat, has yielded a regime of apartheid. As Israel has grown more right-wing and come under the spell of the current government’s messianic, homophobic, and misogynistic agenda, young American Jews have grown more and more alienated from it. Meanwhile, American Jewish billionaire funders help support the Israeli far right.
In this moment of urgency and also possibility for change, we call on leaders of North American Jewry – foundation leaders, scholars, rabbis, educators – to
Support the Israeli protest movement, yet call on it to embrace equality for Jews and Palestinians within the Green Line and in the OPT.
Support human rights organizations which defend Palestinians and provide real-time information on the lived reality of occupation and apartheid.
Commit to overhaul educational norms and curricula for Jewish children and youth in order to provide a more honest appraisal of Israel’s past and present.
Demand from elected leaders in the United States that they help end the occupation, restrict American military aid from being used in the Occupied Palestinian Territories, and end Israeli impunity in the UN and other international organizations.
No more silence. The time to act is now.
Die aktuelle Liste der Unterzeichnenden findet sich online.
Im Namen von Geschichtsbewußtsein, Gerechtigkeit und kulturellem Erbe
Am Anfang der Initiative, die von dem Pulitzerpreisträger Joshua Cohen („Die Netanyahus“) angestoßen wurde, steht die Erkenntnis, daß das US-amerikanische Verlagswesen von alten, weißen Männern aufgebaut wurde, allerdings mit dem Zusatz, daß es Juden deutscher Herkunft waren, die, zumeist in der zweiten Generation, die Verlage mit dem Geld aufbauten, das ihre geflüchteten Eltern mit kleinen Gemischtwarenläden in Brooklyn verdient hatten.
Sie trugen damit in einem nicht geringen Teil zum Geistesleben der USA im 20. Jahrhundert bei und wurden dabei selbst zu einem Teil dieser Gesellschaft.
Diese erfolgreiche Flüchtlingsgeschichte ist aus dem Bewußtsein der heutigen USA fast vollständig verschwunden.
Einer ihrer bekanntesten Vertreter war Salman Schocken, der bereits in Deutschland ein jüdisches Verlagshaus gegründet hatte, und nach dessen Wiedergründung 1945 in New York das europäische jüdische Denken des 20.Jahrhunderts nach Amerika brachte, u. a. arbeitete Hannah Arendt zeitweise im Lektorat.
Heute gehört der Verlag, über den Verkauf an Random House 1987, zur Bertelsmann AG, einem Verlagsunternehmen, das unter den Nationalsozialisten groß wurde. Die Übernahme bedeutete den Niedergang des Schockenverlags und seines spezifischen Profils.
Joshua Cohen, der selbst aus der deutsch-jüdischen Tradition kommt, trat mit den Schockennachkommen in Israel in Kontakt und bot an, zusammen mit anderen Mitstreiter:innen, den Verlag zurückzukaufen, um Schocken Books 2023 wieder zum Leben zu erwecken. All die traditionsreichen, klingenden Verlagsnamen, die heute in den großen Konzernen zusammengepfercht sind, seien, so Cohen, „nur noch Geister, Spuren einer vergangenen Ära, in der die Verlage von den Persönlichkeiten lebten, die sie gründeten und finanzierten“. Das von ihm gegründete Konsortium will die Tradition, Flüchtlingen eine angemessene Stimme zu verleihen, wiedererwecken und der Geschichte, Gerechtigkeit und dem kulturellem Erbe einen neuen Platz geben.
Schocken-Kaufhaus, Chemnitz 2023
Eine Artikel dazu in der Süddeutschen Zeitung (hinter der Paywall).
Peter Kuras („Writer and translator, born and raised in Traverse City, Michigan, lives in Berlin“) auf Jewish Currents zu:
The Strange Logic of Germany’s Antisemitism Bureaucrats An army of antisemitism commissioners was supposed to help Germany atone for its past. Critics say it is evidence of a memory effort gone haywire.
Die preisgekrönte Unternehmerin Zain Masri hat traditionelle palästinensische Kreuzstichmuster digitalisiert. Nun stehen sie zum Download bereit. Sie bergen erstaunliche Geheimnisse und erzählen komplexe Geschichten.
Screenshot aus dem Beitrag der Deutschen Welle
Auch auf Instagram zu finden und hier die eigene Seite auch auf Englisch.
Oder die Frage danach, welche Stimme sie in Zukunft haben werden…
Ein Beitrag von Baker Zoubi auf der Plattform +972mag.com über mögliche Perspektiven für die politische Partizipation der Palästinenser:innen („israelischen Araber“) in einem zukünftigen Staat Israel.