Im falschen Film …

zu sein, könnte man:frau versucht sein zu denken, aber

Der Diskurs eskaliert, schreibt Jakob Reimann in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung Junge Welt und bringt einen Beitrag zur heftigen Debatte gegen die renommierte, international anerkannte Nahostwissenschaftlerin Drin. Muriel Asseburg.

Der eskalierte Diskurs
Besatzer gibt’s nur im Donbass, niemals auch in Palästina: Reaktionen auf Interview bei Jung & naiv zeigen »Unmöglichkeit der deutschen Nahostdebatte«. Von Jakob Reimann

Hanno Hauenstein twittert aktuell das Vorgehen der „faschistoiden Organisation Im Tirzu“ und die physischen Einschüchterungen gegen Muriel Asseburg in Tel Aviv.

Achtungszeichen von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Berlin: In der gestrigen Presseerklärung stellt sich die SWP demonstrativ hinter Drin. Asseburg: „Unsere sehr geschätzte Kollegin Dr. Muriel Asseburg sieht sich seit geraumer Zeit scharfen Anfeindungen ausgesetzt..“ und: „Die aktuellen Vorwürfe haben jedoch eine andere Qualität: Wenn Zitate verkürzt oder verfälscht wiedergegeben und Interpretationen des Gesagten genutzt werden, um gezielt Empörungen zu schüren, dann sind diese Vorwürfe in der Sache und im Ton unangemessen. Dies betrifft insbesondere den Vorwurf des Antisemitismus. Dagegen verwahren wir uns entschieden.“

Zu einem demokratischen Stil zurückkehren, das erhofft sich pax Christi Deutschland in Bezug auf die aktuellen Ereignisse rund um die Äußerungen von Muriel Asseburg.

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Als diAk treten wir für einen sachlichen, offenen, fairen Austausch in der Debatte ein, der kontrovers sein mag und auch herausfordernd. Drin. Muriel Asseburg erleben wir als eine souverän abwägende, unverzichtbare akademische und wissenschaftliche Persönlichkeit und schätzen ihre Analyse und ihre Beiträge.
Persönliche und physische Angriffe von Kritiker:innen auf Personen, wie auf Muriel Asseburg gestern (12. Juli 2023) in Tel Aviv, lehnen wir entschieden ab.

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Ergänzung: (4. August 2023) Beitrag von Gert Krell vom Blog des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Akevot

Wer kann was wann wie erinnern – in der Auseinandersetzung um Geschichte geht es im um die Deutungshoheit in der Gegenwart

Ein Beispiel für diese Arbeit ist das israelische Institut Akevot

Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research was founded in 2014 out of a recognition of the unique role archives can play in breaking conflict-enhancing myths, fostering fact-based discourse, and supporting the work of human rights defenders.  We make archives a tool for change by researching and exposing mechanisms, processes and events who play a role in the perpetuation of the Conflict. We assist human rights defenders and civil society organizations in accessing archival documentation relevant to their work. We campaign to expand the public’s access to government archives to promote transparency and freedom of information.

Helfen Regenschirme?

Erster Teil der Justizreform in der Knesset abgesegnet

Im Bericht von Mareike Enghusen im Tagesspiegel heißt es:

Derweil scheinen die Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen Demonstranten Wirkung zu zeigen. Videos auf sozialen Medien zeigen, wie berittene Polizisten in Jerusalem und Tel Aviv Demonstranten mit ihren Pferden rammen. Mindestens ein Mensch soll dabei verletzt worden sein. Bis Dienstagnachmittag wurden zudem mindestens 60 Menschen wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen.

Die Organisatoren der Protestbewegung machen derweil klar, sich von dem härteren Vorgehen nicht einschüchtern lassen zu wollen. „Die Polizei setzt bereits Wasserwerfer ein“, meldeten sie am Dienstagnachmittag mit augenzwinkerndem Emoji über ihre Kanäle in den sozialen Medien. „Bringt Regenschirme mit.“

Hier die Sicht des ORF

iReturn

Über die / aus der Arbeit der israelischen NGO ‚Zochrot

About iReturn

iReturnNavigate Palestine, Imagine The Future, is an upgraded version of the famous trilingual iNakba App first launched in 2014.

Zochrot Navigate Palestine

The App is designed to enhance understanding of the Palestinian Nakba, it’s manifestations in the landscape and the possibility for redress.  

With the iReturn app, Zochrot aims to  use technology to re-tell a suppressed history and to reveal Israel’s hidden landscape of ethnic cleansing and forced expulsions. It gives users and beneficiaries a tool through which they could learn that history but also envision a just, viable, and peaceful solution to the ongoing crisis facing Palestinian refugees and internally displaced persons (IDPs).  … (mehr)

Vor 125 Jahren geboren

Erich Maria Remarque (1898-1970)

Das „Erich Maria Remarque Jahrbuch“ und die die „Schriften des Erich Maria Remarque Archivs“, beide erscheinen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (heute BRILL Deutschland GmbH), erinnern an Wirken und Nachwirken diesen greoßen deutschen Autors.

Erich Maria Remarque in Osnabrück geboren, avancierte zu einem der renommiertesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, vor allem durch den großen Erfolg seines Romans „Im Westen nichts Neues“. Während des ersten Weltkrieges wurde Remarque als Soldat eingezogen und erlebte die Grausamkeiten des Krieges an vorderster Front. Diese Erfahrungen prägten sein literarisches Schaffen.

Cover Literatur zu im Westen nichts Neues von Remarque


Remarque veröffentlichte „Im Westen nichts Neues“ im Jahr 1928 und es wurde sofort zu einem internationalen Bestseller. Das Buch erzählt die Geschichte einer Gruppe junger Soldaten im Ersten Weltkrieg, deren anfängliche Euphorie schnell von der traumatischen Realität des Krieges eingeholt wird. Remarques Roman vermittelt die bedrückende Sinnlosigkeit des Krieges.

Von den Nationalsozialisten wurde Remarque als „entartet“ diffamiert und verfolgt. Deshalb emigrierte er 1931 erst  in die Schweiz und später in die USA. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden seine Bücher verboten und 1933 öffentlich verbrannt. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1939 emigrierte er in die USA. Er starb am 25. Spetember 1970.

kurz & knapp der BpB

Verhindert die israelische Zivilgesellschaft eine illiberale Wende?
Interview über die Justizreform in Israel

Ein Gespräch mit Dr. Peter Lintl, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Nein, nicht (ver)alt(et) und (ober)schlau

Zweieinhalb Stunden im Gespräch: Muriel Assenburg und Thilo Jung im Gespräch

Es ist die Folge 647. Von Jung und Naiv: Eskalation im Nahen Osten? Zeit und Ausdauer und Neugier und viel Offenheit und Fragen, Ringen um Formulierungen, immer wieder kreist das Gespräch um Zugänge, Erfahrungen, Sorgen, um Verantwortung, und um Wahrhaftigkeit.

Ein hoher Begriff, aber die mehr als zweieinhalb Stunden, sind eine Sternstunde in der Debatte um den Nahostkonflikt in Deutschland, um das Verhältnis von Deutschland, Israel, Palästina.

Dabei kann es nicht darum gehen, jedem Satz oder Halbsatz zuzustimmen oder danach zu fragen, was alles noch hätte angesprochen werden können, dürfen, sollen, müssen … Respekt vor dem Mut zu diesem Gespräch, das der Debatte in unserem Land guttut.

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(Mit „Israel-Bashing“ hat es jedenfalls wirklich nichts zu tun, wie die israelische Botschaft es in ihrem Newsletter nennt – und wie es der NIF, der New Israel Fund, am 5. Juli 2023 auf seiner Seite zu Recht zurückweist:

Es steht der Botschaft selbstverständlich zu, Äußerungen Asseburgs zu kritisieren, wenn dies auf faktenbasierte und respektvolle Art und Weise passiert. Dr. Asseburg ist eine renommierte Politikwissenschaftlerin und Expertin der Region, die den Diskurs mit ihrer langjährigen Kenntnis der Region bereichert. Wir stellen uns entschieden gegen diesen Versuch, ihre Arbeit und ihre Person auf diese Art und Weise zu diskreditieren“

OCHA Update, Jenin 4. Juli 2023

Israeli forces’ operation in Jenin | Flash Update #2 as of 16:30, 4 July 2023 | Full report

KEY POINTS

  • For the second consecutive day, Israeli forces have been carrying out a large-scale air and ground operation in Jenin Refugee Camp and its surroundings, resulting in further casualties, damages and the displacement of thousands, fleeing the area. Displacement significantly increased in the past 12 hours. As of 16:30 on 4 July, more than 500 Palestinian families, comprising more than 3,500 people, are estimated to be internally displaced, either because their homes have been damaged, or destroyed, or due to safety concerns. Internally displaced persons are staying in government buildings, hotels, mosques, churches, in the government hospital and with relatives.
  • Large Israeli ground forces have continued raiding homes in the camp and appeared to move from one house to another through holes they drilled in the outer walls.
  • As of 22:30 on 4 July, the Palestinian Ministry of Health (MoH) confirmed that since the start of the operation, twelve Palestinians, including five children, were killed in Jenin. Furthermore, at least 143 people have been injured, of whom at least 20 are reportedly in critical condition. 
  • For the second consecutive day, vehicular and pedestrian entry to the camp is predominantly limited to one entrance where Israeli forces inspect vehicles, including ambulances. Moreover, Israeli forces bulldozed roads leading to the refugee camp, seriously hindering ambulances’ access to those injured within the camp. 
  • For the second consecutive day, most of the camp is without electricity or water, due to significant damage to infrastructure.  
  • The Humanitarian Coordinator has expressed concerns about the ongoing airstrikes and ground offensive in the densely populated Jenin Refugee Camp  and the humanitarian consequences. 
  • International humanitarian actors carried out an inter-agency field mission to Jenin City. Partners visited the Jenin Municipality and the Jenin Governmental Hospital and delivered essential medical supplies.

Ein Blick auf den Tag danach, der sicher kommen wird …

Aus der Analyse von Jack Khoury in der heutigen Ausgabe (4. Juli 2023) von Haaretz:

Israel’s Jenin Op Merely Creates Another Generation of Hopeless Palestinian

“ (…) Israelis will go back to normal in a few days, and they expect the Palestinians to do the same – lick their wounds, bury their dead and move on. No one will show any interest in the future, or think of an outline for an agreement, because Israel wishes to cement a reality in which the Palestinians become accustomed to living under Israeli occupation and control, their civil affairs managed by a hobbled Palestinian Authority. From time to time, there’s a limited military operation, which is met with thundering silence by the international community, and particularly Uncle Sam. The issue of control over the Palestinians is of no interest to the decision makers. To them, the Chosen People can rule forever, the Palestinians don’t deserve a future and Palestinian youth must accept the situation.

Two decades ago, Israel embarked on a much broader operation against militants in Jenin, then backed by a leader like Yasser Arafat, and far better organized and funded. Today, Israel fights those who were babies and toddlers then, or not yet born at all. The generation born after the Oslo Accords grew up on the devastation of 2002, on Israeli arrogance and defiance, international indifference, and the disintegration of Palestinian national unity. A generation has arisen of angry, frustrated and hopeless youngsters, who have no purpose but to bear arms and shoot. To Israeli public opinion, a victory photo might have been achieved, but each such operation paves the way for more rounds of fighting and bloodshed.“